Die 98. Oscar-Verleihung: Ein Blick in die Glaskugel von Hollywood
Los Angeles – Die Heilige Nacht des Kinos steht bevor: Am Sonntagabend, dem 15. März 2026, werden im legendären Dolby Theatre in Los Angeles die 98. Academy Awards verliehen. Rund 3.500 VIPs aus der Filmwelt werden zittern und feiern, während 11.000 Mitglieder der Akademie bereits ihre Stimmen per Computer abgegeben haben. In 24 Kategorien wird über die besten Filme und Leistungen des vergangenen Jahres entschieden.
Ein faszinierendes Roulette des Glücks
Seit zwei Jahrzehnten beobachtet ein BILD-Autor diesen besonderen Zirkus, den er als faszinierendes Roulette des Glücks, der PR-Millionen und Außenseiter-Überraschungen beschreibt. Das Top-Duell in dieser Nacht entwickelt sich zwischen zwei Warner-Produktionen: Dem Vampir-Musical „Blood & Sinners“ und der Anti-Trump-Action-Satire „One Battle After Another“. Beide Filme versprechen Spannung bis zur letzten Minute.
Rekord-Nominierungen und neue Machtverhältnisse
Eine echte Sensation vor der Verleihung: Das schwarze Blues-Vampir-Spektakel „Blood & Sinners“ erhielt sage und schreibe 16 Oscar-Nominierungen – ein absoluter Rekord in der Geschichte der Academy Awards. Zum Vergleich: Der legendäre Film „Titanic“ aus dem Jahr 1997 kam auf 14 Nominierungen und gewann damals 11 Oscars.
Interessant ist auch die Machtverschiebung hinter den Kulissen: Durch die Übernahme von Warner wird Milliardärs-Sohn David Ellison (44), Erbe des Oracle-Imperiums, künftig maßgeblich mitentscheiden, welche Filme produziert werden. Der neue Studio-Chef kann sich auf jeden Fall freuen – egal welcher seiner beiden Top-Filme am Ende triumphiert.
Die Prognosen für die wichtigsten Kategorien
Bester Film: Anti-Trump-Satire als Favorit
Das BILD-Orakel sieht „One Battle After Another“ mit 13 Nominierungen als klaren Favoriten für den begehrten Preis als Bester Film. Die verrückte Retro-Satire mit Leonardo DiCaprio (51) in der Hauptrolle überzeugt durch ihren Zeitgeist: Obwohl die Handlung in den 1970er Jahren spielt, wird der Film als klare Anti-Trump-Stellungnahme interpretiert. DiCaprio spielt einen Mann im Bademantel mit Sonnenbrille, der gegen den US-Staat revoltiert, um seine Tochter zu finden.
Regisseur Paul Thomas Anderson (55), bekannt für Meisterwerke wie „There Will Be Blood“, wurde bereits 14-mal für einen Oscar nominiert, hat aber bisher noch nie gewonnen. „Es wird Zeit“, kommentiert der BILD-Experte.
Bester Hauptdarsteller: Spannendes Generationenduell
In der Kategorie Bester Hauptdarsteller zeichnet sich ein packendes Duell ab: Michael B. Jordan (39) beeindruckt in „Blood & Sinners“ als Doppel-Star der Zwillings-Gangster, der tanzend und singend gegen weiße Vampire kämpft. Sein größter Konkurrent ist Timothée Chalamet (30), der in dem Tischtennis-Thriller „Marty Supreme“ bereits seine dritte Oscar-Nominierung erhält und oft als „der neue Brad Pitt“ bezeichnet wird.
Allerdings könnte das „Old Hollywood“ dem jungen Star noch skeptisch gegenüberstehen – jünger war bei einem Oscar-Gewinn bisher nur Adrien Brody mit 29 Jahren für „Der Pianist“ im Jahr 2002. Als Geheimtipp gilt Ethan Hawke (56) für seine Rolle in dem Broadway-Drama „Blue Moon“.
Beste Hauptdarstellerin: Emotionale Shakespeare-Adaption
Jessie Buckley (36) könnte mit ihrer Darstellung in dem Shakespeare-Melodram „Hamnet“ die Trophäe gewinnen. In dem emotionalen Film, der auf einem Roman basiert und kaum historische Wahrheit beansprucht, spielt sie eine Mutter, deren Sohn stirbt, während der Vater daraus später „Hamlet“ macht. „Die ganze Welt heult im Kino“, beschreibt der Autor die Wirkung ihrer Performance.
Bester Nebendarsteller: Veteranen-Duell
In der Nebenrolle der Männer sollte nach Meinung des Experten der schwedische Kult-Star Stellan Skarsgård (74) für seine Rolle als Regisseur im Vater-Töchter-Drama „Sentimental Value“ gewinnen – „er hat’s endlich verdient“. Allerdings wird mit Sean Penn (65) als Killer-Soldat in „One Battle After Another“ gerechnet, was sein dritter Oscar werden könnte.
Beste Nebendarstellerin: Zwischen Revolutionärin und Hexe
Teyana Taylor (35) könnte als sexy Revolutionärin in „One Battle After Another“ den Preis gewinnen, obwohl Amy Madigan (75) als Hexe in dem Horror-Thriller „Weapons“ ebenfalls starke Chancen hat.
Bester Regisseur: Historische Chance
Ryan Coogler (40) könnte mit „Blood & Sinners“ Geschichte schreiben: Er wäre der erste schwarze Oscar-Regisseur in 98 Jahren! Der Schöpfer von „Black Panther“ und „Creed: Rocky’s Legacy“ hat mit seinem Vampir-Musical ein wahres Pop-Kino-Phänomen geschaffen, das Krimi, Musical, Action, Liebe, Blues und Humor vereint. Coogler hatte bei diesem Projekt „Final Cut“ – also totale künstlerische Kontrolle – und erhielt vom Studio Warner sogar einen Prozent-Anteil an der Kinokasse, die weltweit bereits 370 Millionen Dollar eingespielt hat. „Das ist die Spielberg-Lucas-Nolan-Liga!“, schwärmt der Autor.
Sein größter Konkurrent ist erneut Paul Thomas Anderson, der mit seiner 14. Nominierung endlich den lang ersehnten Preis erhalten könnte.
Bester ausländischer Film: Brasilianischer Favorit
Aus Brasilien kommt der Favorit „The Secret Agent“ mit Wagner Moura (50), bekannt aus der Serie „Narcos“. Besonders bewegend: Es ist der letzte Film mit dem deutschen Kult-Star Udo Kier, der im Alter von 81 Jahren verstarb. Der deutsche Hoffnungsträger „In die Sonne schauen“ von Regisseurin Mascha Schilinski (42) schaffte es leider nicht in die Nominierung.
Die Magie der goldenen Statue
Egal, wer am Ende in welcher Kategorie gewinnt: Der Oscar bleibt eine magische Trophäe. Die vergoldete Bronze-Statue wiegt 3,9 Kilogramm, ist 34 Zentimeter hoch und „verändert das Leben“ der Gewinner nachhaltig. „Alles wird goldiger. Die Gage! Die Angebote! Der ewige Ruhm.“ In 97 Jahren wurden etwa 3.200 Oscars vergeben – nicht immer gerecht, aber stets mit einer besonderen Anziehungskraft.
Die 98. Oscar-Verleihung verspricht also nicht nur spannende Wettkämpfe zwischen etablierten Stars und aufstrebenden Talenten, sondern auch historische Momente und emotionale Überraschungen. Lassen wir uns von der Magie des Kinos verzaubern.



