Abschieds-»Polizeiruf« aus Halle: Peter Kurth verabschiedet sich mit lakonischem Schweigen
Der letzte Einsatz von Kommissar Henry Koitzsch, gespielt von Peter Kurth, im halleschen »Polizeiruf« war ein stiller und melancholischer Abschied. In der finalen Folge, die am 16. Februar 2026 ausgestrahlt wurde, überlebte der Ermittler seinen Einsatz nur knapp, aber dennoch bravourös. Die Inszenierung zeichnete sich durch eine lakonische, fast verstummende Atmosphäre aus, die die große Einsamkeit der Menschen – und insbesondere die des Kommissars – in den Fokus rückte.
Ein leiser Ausklang mit emotionaler Tiefe
In einer Schlüsselszene sah das Publikum den sonst so cool wirkenden Polizisten bitterlich in seinen Whisky weinen. Der Soundtrack mit Bob Dylans »Knockin’ On Heaven’s Door« untermauerte die Stimmung, als Koitzsch berichtete, dass es für ihn in Ordnung gewesen wäre, sich „auf ins große Schweigen zu machen“. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus schnorrte er seinen Kollegen Lehmann, dargestellt von Peter Schneider, mit den Worten „Besorg mir mal ’ne Kippe, Michi!“ an – eine typische Geste des Charakters.
Die Kritik hob hervor, dass dieser »Polizeiruf« lakonisch bis kurz vor dem Verstummen war. Peter Kurth verabschiedete sich als der große Schweiger Henry leiser als je zuvor ein Sonntagskrimi-Darsteller. Die Redaktion vergab 8 von 10 Punkten und betonte, dass selbst der beste Whisky keinen Trost mehr spendet, wenn die Einsamkeit von innen auffrisst.
Das Ende einer Ära und der Blick nach vorn
Die erste Folge des halleschen »Polizeirufs« wurde 2021 zum 50-jährigen Jubiläum des Ostkrimiklassikers gesendet. Das TV-Revier, das der MDR bei Clemens Meyer in Auftrag gegeben hatte, war von Anfang an als zeitlich begrenztes Projekt geplant. Nach der Vollendung der Trilogie sendet der MDR nun nur noch »Polizeiruf«-Folgen aus Magdeburg, wo Kommissarin Claudia Michelsen die Ermittlungen führt. Die nächste Episode mit ihr ist bereits für den 8. März angekündigt.
Für die Zuschauer bleibt die Erinnerung an einen ungewöhnlichen Krimi, der nicht mit Action, sondern mit subtiler Melancholie und tiefgründiger Charakterzeichnung überzeugte. Peter Kurths Abschied als Henry Koitzsch wird als einer der stillsten und doch eindrucksvollsten Momente in der Geschichte des Sonntagskrimis in Erinnerung bleiben.



