Pixars 'Hoppers': Ein Film zwischen Toleranz und Tumult
Florian Koch | 04. März 2026 - 17:22 Uhr
Fortschritt oder Wahnsinn? Diese Frage stellt sich nicht nur für die Wissenschaftlerinnen im neuen Pixar-Film 'Hoppers', die den menschlichen Verstand in künstliche Tiere verpflanzen, sondern auch für das Studio selbst. Nach Flops wie 'Elio' soll der Film von Erstlingsregisseur Daniel Chong Pixar wieder auf Erfolgskurs bringen. Doch kann 'Hoppers' diesem hohen Anspruch gerecht werden?
Eine ambivalente Protagonistin im Öko-Kampf
Die Handlung dreht sich um Mabel, eine leidenschaftliche Tierliebhaberin, deren Wut über Ungerechtigkeiten bereits in der Kindheit entflammt. Ihr Credo: Handeln ohne Rücksicht auf Verluste. Als Erwachsene kämpft sie gegen eine Umgehungsstraße, die das Biotop ihrer verstorbenen Oma bedroht. Hier zeigt der Film zunächst seine Stärken – mit einer smarten, zeitgemäßen Erzählung, die Mabel als 'Fridays for Future'-Kämpferin porträtiert.
Doch der Film kippt, als Mabel auf das geheime Experiment 'Hoppers' stößt. Durch die Verwandlung in einen künstlichen Biber kann sie mit Tieren kommunizieren und lernt König George kennen, den Chef des Teich-Biotops. George, ein positiver Mental Trainer, steht mit seiner toleranten Haltung im Kontrast zu Mabels Gut-Böse-Denken.
Zwei Filme in einem: Von der Komödie zum Actionspektakel
'Hoppers' zerfällt in zwei ungleiche Teile. Der erste Teil überzeugt als charmante Komödie mit tiefgründigen Themen wie Toleranz und Umweltschutz. Man kann den Film als Anti-Trump-Parodie lesen, die dazu aufruft, Rachegelüsten nicht nachzugeben. Doch im zweiten Teil dominiert die Action: Ein alberner fliegender Hai, gesprochen von Heidi Klum, und bedrohliche Wendungen überfordern jüngere Zuschauer und lassen die Botschaft des Handreichens untergehen.
Daniel Chong hat sich mit 'Hoppers' viel vorgenommen. Der Film soll nicht nur die Boxoffice-Erfolge von Klassikern wie 'Wall-E' oder 'Oben' wiederholen, sondern auch dem intelligenten Anspruch der Pixar-Marke gerecht werden. Doch dieses Unterfangen scheint fast zum Scheitern verurteilt. Während König George als Highlight des Films glänzt, wirkt die Handlung insgesamt unausgegoren.
Fazit: Ein Film am Scheideweg
'Hoppers' ist ein Film der Gegensätze: charmant und überdreht, tiefgründig und oberflächlich. Für Pixar-Fans bietet er Momente der Brillanz, doch als Retter des Studios taugt er kaum. Die Botschaft der Toleranz geht im Tumult der Action unter, und so bleibt 'Hoppers' ein zerrissener Film auf dem Weg zur Vollendung.



