„Rosebush Pruning“: Berlinale-Thriller über dekadente Familie kommt in die Kinos
Der Film „Rosebush Pruning“ mit Pamela Anderson und Callum Turner sorgte auf der diesjährigen Berlinale für erheblichen Gesprächsstoff. Jetzt startet der satirische Thriller über die Geheimnisse einer dekadenten Familie in den deutschen Kinos. Der Film des brasilianischen Regisseurs Karim Aïnouz bietet eine Mischung aus schwarzem Humor und verstörenden Szenen.
Die bizarre Welt einer Luxusfamilie
Im Zentrum der Handlung steht eine wohlhabende amerikanische Familie, die isoliert in einem spanischen Luxus-Anwesen lebt. Nach dem mysteriösen Tod der Mutter, gespielt von Pamela Anderson, müssen die Geschwister Ed (Callum Turner), Anna (Riley Keough), Jack (Jamie Bell) und Robert (Lukas Gage) sich um ihren dominanten Vater (Tracy Letts) kümmern. Die Familie definiert sich ausschließlich über Designermarken und Statussymbole, während ihrem Leben jeder Sinn fehlt.
Als Jack mit seiner Freundin Martha (Elle Fanning) zusammenziehen und das Anwesen verlassen will, brechen düstere Abgründe auf. Die skurrilen Familienverhältnisse zeigen sich besonders in einer Esstischszene, in der der Vater unverblümt nach Marthas Oberweite und ihren getragenen Designer-Marken fragt.
Sexuelle Perversionen und schwarzer Humor
Der Film verliert sich nicht in sexuellen Perversionen, teils inzestuösen Spannungen sowie Mord und Totschlag. Einige Szenen besitzen einen erheblichen Ekel- und Schockfaktor, der das Publikum provoziert. Dennoch bietet „Rosebush Pruning“ über weite Strecken unterhaltsame Momente mit viel schwarzem Humor.
Stilistisch besticht der Film durch leuchtende Farben und opulente Bilder, die den Kontrast zwischen äußerem Luxus und innerer Verderbtheit betonen. Der rund eineinhalb Stunden lange Thriller kritisiert offenkundig das ausschweifende Leben von Superreichen und die Machtstrukturen des Patriarchats.
Gemischte Kritiken nach Berlinale-Premiere
Nach der Weltpremiere bei der Berlinale im Wettbewerb erhielt der Film gemischte Kritiken. Viele Szenen setzen mehr auf Unterhaltung und klare Provokation als auf inhaltliche Tiefe. Regisseur Karim Aïnouz ließ sich für die Geschichte lose von Marco Bellocchios italienischem Spielfilm „Mit der Faust in der Tasche“ aus dem Jahr 1965 inspirieren.
Das Drehbuch stammt von Efthymis Filippou, der durch seine Zusammenarbeit mit dem griechischen Regisseur Yorgos Lanthimos bekannt wurde. Callum Turner, der im Film den Erzähler Ed spielt, wird in Gerüchten bereits als möglicher nächster James Bond gehandelt.
„Rosebush Pruning“ lässt sich als Mischung aus der bissigen Serie „The White Lotus“ und dem provokanten Thriller „Saltburn“ beschreiben, geht dabei aber nicht wirklich in die Tiefe. Der Film bleibt eine oberflächliche, wenn auch unterhaltsame Satire auf die Dekadenz der Superreichen.



