Uwe Steimle gastiert in Mecklenburg-Vorpommern mit neuem Bühnenprogramm
Der sächsische Kabarettist, Schauspieler und Autor Uwe Steimle bringt sein aktuelles Programm „Nu! Keen Getue, keen Gemache...“ nach Mecklenburg-Vorpommern. Im März 2026 wird er in Neubrandenburg, Schwerin und Rostock auftreten, im Juli folgen weitere Gastspiele in Born, Stralsund und Heringsdorf. Steimle, der seit 1989 auf der Bühne steht, hat sich als vielseitiger Unterhaltungskünstler mit scharfzüngigem Humor einen Namen gemacht.
Sächsische Kultur und musikalische Pläne
Im Interview erklärt Steimle den Titel seines Programms: „‚Nu!‘ lässt uns tief in die sächsische Seele blicken. Sächsisch ist historisch betrachtet das eigentliche Hochdeutsch, eine Lebenseinstellung.“ Der Künstler betont den besonderen Klang der sächsischen Sprache, besonders beim Gesang. Gemeinsam mit Professor Jörg Wachsmuth arbeitet er aktuell an einem neuen Musikalbum, das noch vor Weihnachten 2026 als CD oder Vinyl-Ausgabe erscheinen könnte. Ihre bisherige Zusammenarbeit im Duo Zeitgeist brachte bereits die erfolgreiche Mut-mach-Hymne „Los geht's“ hervor.
Besondere Verbindung zu Schwerin
Steimle verbindet eine lange und erfolgreiche Beziehung mit der Landeshauptstadt Schwerin. Im Soziokulturellen Zentrum Der Speicher brach er in zwei Jahrzehnten einen Besucherrekord nach dem anderen. „Die kommende Vorstellung im Schweriner Filmpalast Capitol ist bereits ausverkauft“, berichtet der Kabarettist. Er würdigt besonders die Arbeit des Kulturmanagers Dieter Manthey, den er als „Petermännchen von Schwerin“ bezeichnet. Neben seinen Kabarett-Auftritten erinnert sich Steimle gerne an die Dreharbeiten zum legendären Polizeiruf in Schwerin zurück, besonders an die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Kurt Böwe.
Von MDR zu YouTube: Medienwandel und DDR-Reflexion
Nachdem der Mitteldeutsche Rundfunk 2019 die Zusammenarbeit mit Steimle beendete und seine Sendung „Steimles Welt“ absetzte, wechselte der Kabarettist zu YouTube. Seine wöchentliche Satire-Sendung „Steimles Aktuelle Kamera“ erreicht mittlerweile fast 200.000 Abonnenten und wird ausschließlich durch Zuschauer-Spenden finanziert. „Wir sind ein kleines Team von drei Personen“, erklärt Steimle die Produktionsbedingungen.
Immer wieder wird Steimle vorgeworfen, mit Ostalgie die DDR zu verherrlichen. Dazu sagt er: „Ich bin in der Endphase der DDR nicht umsonst in der Dresdner Herkuleskeule beim Kabarett gelandet. Ich sah damals alles sehr kritisch. Aber wie mein Freund Peter Sodann einmal sagte: Wir wollen die DDR nicht wiederhaben. Aber wir wollen sie uns auch nicht nehmen lassen.“
Aktuelle Parallelen zu 1989
Steimle zieht interessante Parallelen zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1989: „Ein wesentlicher Grund, warum die DDR damals zugrunde ging, war die Tatsache, dass die Obrigkeit keinerlei Vertrauen zum Volk hatte. Ich frage mich heute – was passiert nun eigentlich, wenn die Brandmauern der Gegenwart ins Wanken geraten?“ Der Kabarettist beobachtet ähnliche Dynamiken: „Die da oben können nicht mehr. Und die da unten wollen nicht mehr. Genau wie damals.“
Mit seinem neuen Programm und seinen kritischen Reflexionen bleibt Uwe Steimle eine wichtige Stimme im deutschen Kabarett. Seine Gastspiele in Mecklenburg-Vorpommern versprechen unterhaltsame Abende mit tiefgründigen Einblicken in deutsche Zeitgeschichte und Gegenwartsdiagnosen.



