Berlin erhält Denkmal für NS-verfolgte Zeugen Jehovas am Goldfischteich
Mehr als acht Jahrzehnte nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur wird in Berlin ein neues Denkmal errichtet, das an die Verfolgung der Zeugen Jehovas erinnert. Ab Ende Juni soll die Gedenkstätte am Goldfischteich im Tiergarten der Öffentlichkeit zugänglich sein und einen Ort für Trauer und Erinnerung bieten.
Historischer Hintergrund der Verfolgung
Während der Herrschaft der Nationalsozialisten ab 1933 wurden fast 14.000 Angehörige der christlichen Glaubensgemeinschaft inhaftiert. In Konzentrationslagern wurden sie mit einem lila Winkel stigmatisiert, einem Symbol, das ihre Identifikation als Zeugen Jehovas kennzeichnete. Mindestens 1.700 Mitglieder verloren infolge der Verfolgung ihr Leben, was die Brutalität der NS-Diktatur unterstreicht.
Standort und künstlerische Gestaltung
Das Mahnmal wird in unmittelbarer Nähe zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas errichtet, was die Bedeutung dieses Ortes für das Gedenken an NS-Opfer hervorhebt. Der Goldfischteich wurde bewusst gewählt, da hier am 22. August 1936 die Gestapo Zeugen Jehovas verhaftete. Die Bronzeskulptur des Künstlers Matthias Leeck wird künftig an das Leid der Verfolgten erinnern und einen würdigen Rahmen für Reflexion bieten.
Politische Unterstützung und Eröffnung
Der Bau des Denkmals folgt einem Beschluss des Bundestags vor knapp drei Jahren und unterstreicht die anhaltende Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Zur feierlichen Eröffnung am 24. Juni ist ein Festakt geplant, an dem hochrangige Politiker teilnehmen werden. Dazu zählen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson, was die nationale und lokale Bedeutung dieses Projekts betont.
Dieses Denkmal markiert einen wichtigen Schritt in der deutschen Erinnerungskultur, indem es eine lange vernachlässigte Opfergruppe würdigt und ihre Geschichte ins öffentliche Bewusstsein rückt.



