Sensationelle DNA-Analyse bestätigt: Gebeine in Ottos Grab gehören tatsächlich zum Herrscher
Das historische Grabmal von Otto dem Großen im Magdeburger Dom zeigt deutliche Altersspuren und muss dringend saniert werden. Wissenschaftler nutzten diese notwendigen Arbeiten für eine umfassende Untersuchung der Gebeine, die in dem mittelalterlichen Grab ruhen. Die Ergebnisse sind bahnbrechend und lösen ein jahrhundertealtes Rätsel.
Genetischer Fingerabdruck bringt Gewissheit
„Absolut bahnbrechend ist, dass die Knochen aus dem Grab Ottos tatsächlich zu Otto dem Großen gehören“, erklärt Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller mit spürbarer Begeisterung. „Es war gar nicht unbedingt zu erwarten, weil in solchen Gräbern, die so lange zugänglich sind, ganz häufig die Toten ausgetauscht werden.“
Der entscheidende Beweis gelang durch moderne archäogenetische Analysen. Die Forscher verglichen die DNA der Magdeburger Gebeine mit Proben von Heinrich II. aus dem Bamberger Dom. Beide Herrscher sind Verwandte dritten Grades und über die väterliche Linie miteinander verbunden. Der genetische Abgleich ergab eine mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den untersuchten Überresten tatsächlich um Otto I. handelt.
Ein detailliertes Lebensbild entsteht
Die umfangreichen Untersuchungen lieferten weit mehr als nur den Identitätsnachweis. Die Wissenschaftler konnten zahlreiche neue Erkenntnisse über den ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gewinnen:
- Seinen Körperbau und seine physische Konstitution
- Mögliche Krankheiten und Verletzungen aus seiner Lebenszeit
- Seine Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände
„Otto wird jetzt plötzlich ganz lebendig für uns“, betont Landesarchäologe Meller. Die Forschungsergebnisse ermöglichen es, ein deutlich präziseres und authentischeres Bild des historisch so bedeutenden Herrschers zu zeichnen.
Wiederbestattung in neuem Sarg geplant
Otto I., der von 912 bis 973 lebte und als Otto der Große in die Geschichte einging, war eine zentrale Figur der europäischen Entwicklung. Seine Gebeine verbleiben weiterhin in Magdeburg, ihrer historischen Ruhestätte. Für den 1. September ist eine feierliche Wiederbestattung geplant. Die sterblichen Überreste des Kaisers sollen dann in einem neu gestalteten und würdigen Sarg im Magdeburger Dom ihre endgültige Ruhe finden.
Die Sanierung des bröckelnden Grabmals und die parallel durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen markieren somit einen bedeutenden Moment für die deutsche Geschichtsforschung. Sie verbinden den Erhalt eines wichtigen Kulturerbes mit bahnbrechenden neuen Erkenntnissen über einen der prägendsten Herrscher des Mittelalters.



