In Ueckermünde wird es bald fünf neue Stolpersteine geben. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass die Gedenksteine am 19. Mai um 15 Uhr eingeweiht werden. Drei der Steine werden vor dem Haus Ueckerstraße 55 verlegt, wo sich früher die Fleischerei Kriewitz befand. Sie erinnern an die jüdische Familie Pless: Paul und Else Pless sowie ihre Tochter Ingrid. Die Familie betrieb dort ein Kolonialwarengeschäft und wanderte später nach Bolivien aus.
Gedenken an verfolgte Zeugen Jehovas
Im Anschluss an die Einweihung der Steine für die Familie Pless werden zwei weitere Stolpersteine verlegt. Ein Stein für Bruno Scheide wird an der Liepgartener Straße 10 eingeweiht, ein weiterer für Martha Gehrke am Bornbruchweg 3. Beide waren Mitglieder der Zeugen Jehovas und wurden während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt. Bruno Scheide wurde 1943 verhaftet und in Konzentrationslagern inhaftiert, Martha Gehrke bereits 1936. Der Stein für Martha Gehrke ist der 500. Stolperstein in Europa, der an ein Mitglied der Zeugen Jehovas erinnert.
Kunstdenkmal von Gunter Demnig
Die Stolpersteine werden in der Werkstatt des Künstlers Gunter Demnig gefertigt, der das Projekt als dezentrales Kunstdenkmal ins Leben gerufen hat. Mit den fünf neuen Steinen wird es in Ueckermünde insgesamt 19 Stolpersteine geben. Bereits jetzt wird vor dem Haus Ueckerstraße 55 mit Blumen der Opfer gedacht. Die Stadtverwaltung lädt die Bevölkerung zur Teilnahme an der Einweihungsfeier ein.



