Gratis Comic Tag: Kindercomic-Pionier begeistert in Altentreptow
Gratis Comic Tag: Pionier in Altentreptow

Am 9. Mai ist wieder Gratis Comic Tag, an dem sich fast 1100 Buchhandlungen, Büchereien und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligen. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Comics zu begeistern. Da der 9. Mai auf einen Sonnabend fällt, findet der Gratis Comic Tag in der Bibliothek Altentreptow erst am Montag, dem 11. Mai, statt. Ab 15 Uhr können Besucher dort Patrick Wirbeleit erleben, einen der Pioniere im Bereich deutscher Kindercomics.

„Kiste“ als Wendepunkt

Das Besondere am Gratis Comic Tag ist, dass Comic-Heftchen mit einzelnen Kapiteln eines Buches verschenkt werden. „Von mir wurden gleich zwei Comic-Bücher für diesen Tag als Heftchen herausgebracht“, freut sich Patrick Wirbeleit. „Zuerst wurde 2016 die Kiste veröffentlicht und dann im vergangenen Jahr Gorm Grimm.“ Die „Kiste“ aus dem Jahr 2013 war eine Art Wendepunkt in seinem Leben. Wirbeleit hatte bis dahin vor allem Kinderbücher illustriert, sein erstes war 2004 ein Pixi-Buch. Seine Leidenschaft galt jedoch den Comics. „Nach Micky Maus, Asterix und Obelix sowie anderen Klassikern erschienen in Deutschland im Grunde keine Comics für Kinder mehr, die veröffentlichten Comics waren für Erwachsene und Jugendliche“, beschreibt Wirbeleit die damalige Zeit. „2011 kam im Berliner Verlag Reprodukt die Idee auf, eigene Comics für Kinder zu veröffentlichen.“

Herausforderungen und Erfolge

Ein großes Problem lag darin, dass es zu dieser Zeit kaum Autoren für diesen Bereich gab. So fand der Verlag in Uwe Heidschötter zunächst den Zeichner für das Projekt. Nach längerer vergeblicher Suche holte man Wirbeleit als Autor dazu. So entstand „Kiste“ über die wundervoll-komische Freundschaft zwischen einem Jungen und seiner verzauberten Werkzeugkiste. Doch damit war das Problem noch längst nicht gelöst. Die Verkaufszahlen waren im ersten Jahr äußerst gering. „Die Buchhandlungen und Büchereien wussten nicht, in welchen Bereich sie das Buch stellen sollten“, schildert Patrick Wirbeleit. „Das Genre Kindercomic gab es ja in dieser Form damals in Deutschland noch überhaupt nicht.“ Am Ende entwickelte sich „Kiste“ dann doch zu einer erfolgreichen Buchreihe. 2016 erhielt der dritte Band der Reihe in Erlangen den Max-und-Moritz-Preis in der Sparte „Bester Comic für Kinder“. Aber dieses Buch war keineswegs der einzige Erfolg von Patrick Wirbeleit. In Zusammenarbeit mit anderen Zeichnern schuf er bereits vor dem Erfolgscomic und danach viele weitere Werke, für die er auch so manchen Preis bekam.

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Über 60 Bücher und ein kindliches Herz

Wirbeleit wurde 1971 in Lüneburg geboren und lebte lange Zeit in Niedersachsen. Heute wohnt er in der Nähe von Buxtehude. Zuerst machte er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, eine nachfolgende Lehre zum Raumausstatter brach er ab. „Als Kind bin ich nicht durch besonders zeichnerisches Talent aufgefallen“, gesteht Patrick Wirbeleit. „Mit dem Zeichnen fing ich dann als Jugendlicher wieder an.“ Ebenso wie das Zeichnen begeisterte ihn damals die Fotografie. So lag die Frage im Raum, ob er als Fotograf oder als Zeichner seinen Lebensunterhalt verdienen sollte. Ausgerechnet beim Vorstellungsgespräch bei einem bekannten Hamburger Werbefotografen wurde ihm klar, dass er Zeichner werden möchte. Der Erfolg gibt ihm recht. Seit 1995 arbeitet Wirbeleit als freier Künstler und war seitdem an der Herausgabe von mehr als 60 Büchern beteiligt, die er entweder illustrierte oder selbst schrieb und sogar ganz allein anfertigte. Von seinen Erfahrungen werden auch die Besucher des Gratis Comic Tages am 11. Mai in der Altentreptower Stadtbibliothek profitieren, die ihm auch Fragen stellen können. Eine Frage beantwortete er bereits: Wie schafft er es, seine erfolgreichen Kinderbücher zu schreiben? „Im Herzen bin ich noch ein acht- oder neunjähriger Junge“, verrät Patrick Wirbeleit. „Wenn ich Geschichten schreibe, versuche ich mich selbst zu unterhalten.“

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