Größtes Exponat aller Zeiten: Historische Dampfmaschine kehrt nach Plau zurück
Mit mehreren Sattelzug-Lkw kehrte die imposante Dampfmaschine aus dem Fundus des Deutschen Museums im Januar an die Elde zurück. Noch wird im Heimatmuseum in Plau aufgeräumt und geputzt, doch Anfang April soll das technische Denkmal aus dem 19. Jahrhundert der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Drei Monate Umbauzeit und zwei Jahre Vorbereitung
Drei Monate Umbauzeit im Museum und fast zwei Jahre Vorbereitung insgesamt neigen sich dem Ende entgegen. Am Gründonnerstag, dem 2. April, wird die Dampfmaschine im Heimatmuseum in Plau offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Museumsleiter Dieter Ehrke ist begeistert: „Das ist nicht einfach eine Maschine - das ist ein Stück Industriekultur!“
Größere Umbauten am Museum waren notwendig
Die Säulen, auf denen der Oberbau der 125 Jahre alten Dampfmaschine ruht, erinnern an einen Tempel aus der Römerzeit. Imposant ist zudem das seitlich angebrachte Schwungrad mit mehr als drei Metern Durchmesser. Die dafür notwendige Vertiefung im Boden wurde problemlos eingebaut, denn es brauchte ohnehin zunächst ein stabiles Fundament, damit der mehr als zehn Tonnen schwere Koloss aus Metall sicher im Museumsgebäude steht.
Um die Maschine im Burgmuseum zeigen und die dafür notwendigen klimatischen Anforderungen gewährleisten zu können, musste eigens ein zentraler Raum umgebaut werden. Ins Gebäude hinein kam sie nur durch eine zuvor geschaffene Wandöffnung. Die ist aber nicht wieder zugemauert, sondern mit einem großen Fenster verschlossen worden. Auf diese Weise ist das größte Exponat des Heimatmuseums sogar außerhalb der Öffnungszeiten zu bewundern.
Zukunftswünsche und finanzielle Herausforderungen
„Wir würden die Maschine langfristig gern mittels externem Antrieb in Bewegung präsentieren“, bekennt Ehrke. Das aber würde einen weiteren fünfstelligen Betrag kosten - Geld, das der Heimatverein als Betreiber des Museums nicht aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Die Heimkehr der Maschine wäre ohne Sponsoren wie die Ostdeutsche Sparkassenstiftung ohnehin nicht möglich gewesen, wie Ehrke betont.
Eine der ersten ihrer Art - gebaut in der Elderegion
Die Hochdruck-Dampfmaschine trieb bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts Textilmaschinen in einer Tuchfabrik in Plau an und war eine der ersten Hochdruck-Dampfmaschinen in Europa. Als herausragendes Beispiel der Technikentwicklung befand sich diese Rarität dann für mehr als 100 Jahre in einer Dauerausstellung im Deutschen Museum in München. Nach Neukonzeption des Deutschen Museums lagerte die Maschine im dortigen Depot, bevor sie nun ihren Weg zurück in die Heimatregion fand.
Die Rückkehr dieses technischen Meisterwerks markiert einen bedeutenden Moment für die regionale Industriegeschichte und bietet Besuchern die Möglichkeit, ein Stück lebendige Vergangenheit zu erleben. Das Heimatmuseum Plau erweitert damit sein Angebot um ein einzigartiges Exponat, das nicht nur lokal, sondern auch überregional von großem historischem Interesse ist.



