Berliner Dom: Historische Hohenzollerngruft nach umfassender Sanierung wieder zugänglich
Nach einer sechsjährigen Bauphase öffnet die bedeutende Hohenzollerngruft im Berliner Dom an diesem Wochenende wieder ihre Tore für die Öffentlichkeit. Die Sanierungsarbeiten stellen das größte Bauvorhaben am Berliner Dom seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg dar, wie Domsprecherin Eva Hepper bei einer Pressekonferenz betonte.
Größte Grablege Europas mit 91 Särgen
Die Hohenzollerngruft auf der Museumsinsel gilt als zentrale Begräbnisstätte des ehemaligen Kaiserhauses und beherbergt 91 Särge aus fünf verschiedenen Jahrhunderten. Zu den prominenten Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, zählen der erste Preußenkönig Friedrich I. und seine Gemahlin Sophie Charlotte. Nach Angaben des Doms gehört diese Gruft zu den größten Grablegen in ganz Europa.
Tag der offenen Tür und festlicher Gottesdienst
Nach mehr als zehn Jahren Planung und sechs Jahren intensiver Bauzeit wird die Gruft am Samstag im Rahmen eines Tags der offenen Tür erstmals wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Am Sonntag folgt ein feierlicher Festgottesdienst zur Wiedereröffnung, bei dem unter anderem Kulturminister Wolfram Weimer und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner Grußworte halten werden.
Ursachen und Umfang der Sanierungsarbeiten
Die rund 1.400 Quadratmeter große Gruft musste umfassend saniert werden, da steigende Besucherzahlen das Raumklima erheblich beeinträchtigten. Feuchtigkeit und Wärme setzten den historischen Särgen zu und führten zur Bildung von Schimmelpilzen. Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen umfassen:
- Eine neue Klimaanlage zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Einen modernisierten Rundgang für Besucher
- Einen Aufzug zur Gewährleistung der Barrierefreiheit
Baukosten und Herausforderungen während der Sanierung
Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich laut Domprediger Stefan Scholpp auf etwa 29,5 Millionen Euro. Dies übersteigt die ursprünglich veranschlagten Kosten um etwa 12 Millionen Euro. Zu den Gründen für diese Kostensteigerung zählen:
- Der Baubeginn während des ersten Corona-Lockdowns
- Steigende Bau- und Energiekosten infolge des Angriffskriegs auf die Ukraine
- Eine Verlängerung der Bauzeit aufgrund unvorhergesehener Herausforderungen
Die Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte des Berliner Doms und ermöglicht es Besuchern, dieses einzigartige kulturelle Erbe in neuem Glanz zu erleben.



