Das Theater Erfurt bekommt einen neuen Interimsintendanten. Der Kulturmanager Christian Illgen wird das Haus mit rund 330 Beschäftigten ab dem 1. August für zwei Jahre leiten. Dies gab das Theater bekannt. Illgen war zuvor am Staatstheater Cottbus tätig, wo er zeitweise als Intendant und Verwaltungsdirektor arbeitete. Er folgt auf Malte Wasem, der die Leitung nach der außerordentlichen Kündigung des langjährigen Intendanten Guy Montavon übernommen hatte. Wasem verlässt das Haus Ende Juli auf eigenen Wunsch.
Die Entscheidung für Illgen, die noch vom Stadtrat bestätigt werden muss, fällt in einer Zeit, in der das Theater Erfurt künstlerisch auf Hochtouren arbeite und Verlässlichkeit in der Führung benötige, so das Haus. Für die Beschäftigten bedeute dies vor allem Planungssicherheit für die kommenden zwei Jahre.
Zeitgemäßer Führungsstil erwünscht
Parallel läuft bereits das Verfahren zur Besetzung der festen Intendanz ab der Spielzeit 2028/2029. Gesucht wird eine künstlerisch profilierte Intendanz mit zeitgemäßem Führungsstil. Teambewerbungen sind ausdrücklich möglich und erwünscht.
Dem ehemaligen Generalintendanten Guy Montavon hatte die Stadt 2024 wegen Vorwürfen wie mutmaßlichem Machtmissbrauch fristlos gekündigt. Der Fall landete zwischenzeitlich vor dem Arbeitsgericht. Ein Intendantenteam gibt es beispielsweise am benachbarten Deutschen Nationaltheater Weimar.
Die künftige Leitung soll das Theater Erfurt weiterentwickeln und insbesondere die in den 1990er Jahren im Zuge des Theaterneubaus abgewickelte Schauspielsparte wieder aufbauen.



