Jagdhornbläsertreffen in Hagenow: Tradition zieht über 1000 Besucher an
Jagdhornbläsertreffen: 1000 Besucher in Hagenow

Zum 32. Mal haben sich in der Bekow Jagdhornbläsergruppen aus ganz Norddeutschland getroffen. Was früher der Kommunikation im Wald diente, ist heute ein Kulturgut. Das musikalische Event wurde von einem jagdlichen Volksfest begleitet, das Wildprodukte, Bogenschießen, eine Jagdhundevorführung und natürlich Jagdhörner bot.

Jagd als jahrhundertealtes Kulturgut

Der Präsident des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Florian Asche, betonte: „Die Jagd ist ein jahrhundertealtes Kulturgut und hat unsere Geschichte, aber auch Musik und Malerei maßgeblich geprägt.“ Allerdings habe sich die Gesellschaft weit von den natürlichen Kreisläufen entfernt, was der Umgang mit dem vor der Insel Poel gestrandeten Wal zeige. „Tiere werden vermenschlicht und ihre natürlichen Bedürfnisse, ebenso wie die Tatsache, dass Sterben zum Leben gehört, werden ignoriert“, so Asche. Die Jagd stehe daher oft in der Kritik, obwohl sie ein Handwerk mit klaren Regeln sei.

Veranstaltung als Brücke zur Öffentlichkeit

Asche führte aus: „Veranstaltungen wie das Jagdhornbläsertreffen in der Bekow sind eine vielversprechende Möglichkeit, jagdliches Handeln einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Die mehr als 1000 Besucher bestätigten diese Einschätzung. Die hohen Laubbäume, deren frisches Grün im Mai gerade wächst, schufen eine besondere Atmosphäre. Der Leiter der Landesforst MV, Manfred Baum, sagte: „Wenn man in dieser natürlichen Halle die Bläser hört, wird nachvollziehbar, warum diese Tradition so lange überlebt hat.“

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Jagdhörner: Handarbeit oder Massenware

Die eigentlichen Stars waren die Jagdhörner. Instrumentenbauer Thomas Nitz aus Wustrau erklärte: „Da gibt es handgearbeitete Instrumente für mehrere tausend Euro, aber mittlerweile auch erheblich günstigere Angebote aus China, die um die 200 Euro kosten.“ Er stellte eine Auswahl vor und nahm Reparaturaufträge entgegen. Früher hatten alle Jäger ein Jagdhorn als Kommunikationsmittel im Wald dabei. Heute gebe es zwei Arten von Jagdhornbläsern: „Die einen sind Musiker, die auch mal zur Jagd gehen, die anderen sind Jäger, die im kleineren Kreis die Tradition pflegen“, so Nitz.

Pflege der Instrumente

Nitz betonte: „Jagdhörner müssen, wie alle Blechblasinstrumente, alle zwei bis drei Jahre gründlich gereinigt werden, unabhängig von den Mundstücken, die man nach jeder Benutzung saubermacht.“ Zudem bekämen Jagdhörner leicht Beulen, die meist korrigiert werden könnten. „Zu viele Beulen und Dellen können sich auf den Klang auswirken, darum bringen viele Jäger ihre Instrumente im Sommer zur Wartung“, sagte Nitz, der einige Instrumente aus Hagenow mit in seine Werkstatt nahm.

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