Krieg im Iran: Luftangriffe zerstören historische Paläste und Moscheen
Luftschläge der USA und Israels haben im Iran historische Paläste, Gärten und Moscheen teils schwer beschädigt. Politiker des iranischen Regimes sprechen von einem »Krieg gegen die Zivilisation«, während die Unesco ihre Besorgnis über die Zerstörungen äußert. Seit Kriegsbeginn sind nach Angaben des iranischen Kulturministeriums mindestens 56 Museen und historische Stätten in Mitleidenschaft gezogen worden.
Schäden in Teheran und Isfahan
Besonders betroffen ist die Hauptstadt Teheran, wo 19 Kulturstätten Schäden erlitten haben. Ein Luftangriff traf Anfang März in unmittelbarer Nähe des Golestan-Palastes ein, eines Wahrzeichens der Stadt, dessen Teile bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Die Druckwelle zerstörte große Teile des filigranen Wandschmucks dieses architektonischen Juwels.
Auch in der historischen Stadt Isfahan gab es erhebliche Schäden. Einschläge erfolgten nahe dem Prachtplatz Naqsch-e-Dschahan aus dem 17. Jahrhundert, wobei der Kaiserpalast Ali Qapu und der »Vierzigsäulenpalast« Tschehel Sotun getroffen wurden. Berichten zufolge hat auch die berühmte Freitagsmoschee von Isfahan Schäden davongetragen. Der Gouverneur von Isfahan bezeichnete die Angriffe in einem Social-Media-Post als »barbarisch« und kritisierte, dass »die ältesten Symbole der Zivilisation mit modernsten Waffen angegriffen werden«.
Reaktionen und Schutzmaßnahmen
Das iranische Ministerium für Kultur und Kulturerbe hat an allen Kultur- und Denkmalschutzstätten blaue Flaggen angebracht, um israelischen und amerikanischen Kampfflugzeugen zu signalisieren, dass diese Stätten geschützt sind. Die israelische Armee erklärte hingegen, kulturelle Stätten seien keine Ziele für ihre Angriffe, äußerte sich jedoch nicht zu Schäden durch Luftschläge in der Nähe.
Weitere Schäden wurden an einer historischen Burg über der Stadt Khorramabad gemeldet. Die Unesco bestätigte gegenüber der »New York Times«, dass seit Kriegsbeginn mindestens vier Weltkulturerbestätten beschädigt worden sind. Eine Sprecherin der Organisation erklärte: »Wir sind zutiefst besorgt über Berichte über Zerstörungen an Kulturerbestätten im Nahen Osten, insbesondere in Iran und in den Nachbarländern.«
Die Zerstörungen werfen Fragen zum Schutz von Kulturgütern in Konfliktzonen auf und unterstreichen die dringende Notwendigkeit internationaler Bemühungen zur Bewahrung dieses wertvollen Erbes.



