Neue junge Pfauen bereichern das Wörlitzer Gartenreich
Im historischen Wörlitzer Park sind ab sofort wieder junge Pfauen unterwegs. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz hat den Bestand der imposanten Vögel mit neun neuen Tieren verstärkt. Nach einer sorgfältigen Eingewöhnungsphase in einem temporären Gehege erkunden die Pfauen nun eigenständig das Areal rund um das Gotische Haus und werden ihren Bewegungsraum schrittweise erweitern.
Verhaltenstipps zum Schutz der Tiere
Mit der Freilassung der Pfauen verbindet die Kulturstiftung konkrete Appelle an die Parkbesucher. „Die Kulturstiftung bittet alle Gäste zum Schutz der Tiere einige Hinweise zu beachten“, erklärt eine Sprecherin. Die wichtigsten Regeln: Die Pfauen sollten weder gefüttert noch berührt werden. Hunde müssen im Bereich des Gotischen Hauses unbedingt an kurzer Leine geführt werden, und das Gassigehen sollte nach Möglichkeit mit größerem Abstand zu den Vögeln erfolgen.
Natürliche Schwankungen erfordern Bestandsergänzung
Der Pfauenbestand in den Wörlitzer Anlagen unterliegt wie bei freilebenden Tierpopulationen üblich natürlichen Schwankungen. Bereits im Winter 2021/2022 wurde der Bestand durch Jungtiere von der Berliner Pfaueninsel verstärkt. „Verluste, etwa durch im Umfeld vorkommendes Raubwild, machen gelegentliche Ergänzungen des Bestandes erforderlich“, so die Kulturstiftung. Im Frühjahr 2025 kam es zu einem besonders deutlichen Rückgang, von dem vor allem die Pfauenhennen betroffen waren. Dies führte zu einer unausgewogenen Tierstruktur, die insbesondere während der Balzzeit Herausforderungen mit sich brachte.
Erfolgreiche Nachzucht stärkt Population
Dank einer erfolgreichen Nachzucht auf der Berliner Pfaueninsel konnten nun erneut Tiere nach Wörlitz überführt werden. Insgesamt neun Jungpfauen – acht Hennen und ein Hahn – bereichern seit kurzem den Bestand. Damit leben nunmehr 23 Pfauen im Park. Die Überführung war bereits länger vorbereitet, konnte jedoch erst nach dem Abklingen der Vogelgrippe in der Region umgesetzt werden. Für die Eingewöhnung wurde am Gotischen Haus ein temporäres Gehege eingerichtet, das den Tieren einen geschützten Start in ihrer neuen Umgebung ermöglichte.
Historische Tradition der Pfauenhaltung
Freilaufende Pfauen mit ihrem imposanten Federkleid gehören seit jeher zu den inszenierten Gartenbildern der Wörlitzer Anlagen. Bereits August von Rode berichtete 1798 in seiner „Beschreibung des Fürstlichen Anhalt-Dessauischen Landhauses und Englischen Gartens zu Wörlitz“ von bunten und weißen Pfauen. Die Tiere sind nun im Park frei unterwegs und für Besucher gut zu beobachten – ein lebendiger Teil des UNESCO-Welterbes Dessau-Wörlitzer Gartenreichs.



