Zwei neue Stolpersteine in Halle: Mahnmale erinnern an jüdische Opfer Elise und Hans Ney
Neue Stolpersteine in Halle für jüdische Opfer Elise und Hans Ney

Gedenken an NS-Opfer: Zwei neue Stolpersteine in Halle verlegt

In Halle (Saale) sind zwei weitere Stolpersteine ins Pflaster eingelassen worden, um an Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Die kleinen Messingtafeln, die im Boden eingelassen sind, gedenken Elise Ney, geborene Gassenheimer, und ihrem Sohn Hans Ney. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Stolpersteine in der Stadt auf 306. Diese Mahnmale erinnern an ehemalige Einwohner Halles, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden.

Die Geschichte der Familie Ney: Von Thüringen nach Halle

Die Familie hat ihre Wurzeln in Thüringen. In Themar im Landkreis Hildburghausen betrieb die Familie Gassenheimer unter dem Namen „Joseph Gassenheimer & Söhne“ eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen. Einige Nachkommen, darunter Elise Gassenheimer, zogen später nach Halle um. Nach ihrer Heirat und einer Scheidung, die bereits nach zwei Jahren erfolgte, kehrte Elise mit ihrem Sohn Hans nach Halle zurück. Beide wurden während der NS-Herrschaft deportiert und kehrten nie zurück. Ihr Schicksal steht exemplarisch für das vieler jüdischer Familien in Deutschland.

Die Verlegung der Stolpersteine fand in der Maybachstraße statt, wo nun ein Stein an Hans Ney und ein benachbarter Stein an seine Mutter Elise erinnert. Diese Orte dienen als stille Mahnmale im öffentlichen Raum und laden Passanten dazu ein, innezuhalten und der Opfer zu gedenken. Die Initiative für die Stolpersteine geht oft auf engagierte Bürger, Historiker oder Angehörige zurück, die die Erinnerung an die Verfolgten wachhalten wollen.

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Stolpersteine in Halle: Ein wachsendes Netzwerk der Erinnerung

Mit den beiden neuen Steinen setzt Halle seine Tradition fort, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten. Die 306 Stolpersteine sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt und bilden ein beeindruckendes Netzwerk der Erinnerung. Jeder Stein erzählt eine individuelle Geschichte von Verfolgung und Verlust, die dazu beiträgt, die Gräuel der NS-Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Projekte wie diese sind essenziell, um die historische Verantwortung wachzuhalten und zukünftige Generationen zu sensibilisieren.

Die Stolpersteine, eine Kunstaktion des Künstlers Gunter Demnig, sind mittlerweile in vielen Städten Europas zu finden. Sie dienen nicht nur als Gedenkorte, sondern auch als Bildungsinstrumente, die im Schulunterricht oder bei Stadtführungen genutzt werden können. In Halle tragen sie dazu bei, die jüdische Geschichte der Stadt sichtbar zu machen und an das reiche kulturelle Erbe zu erinnern, das durch die NS-Verbrechen zerstört wurde.

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