Pilsumer Leuchtturm erstrahlt in neuem Glanz: Farbfrische für ein ostfriesisches Wahrzeichen
Pilsumer Leuchtturm: Neuer Anstrich für Otto-Wahrzeichen

Frische Farben für den Pilsumer Leuchtturm: Ein Wahrzeichen erstrahlt neu

Eines der bekanntesten Symbole Niedersachsens erhält in diesen Tagen einen neuen Farbanstrich. Der Pilsumer Leuchtturm in Ostfriesland, berühmt durch seine markanten rot-gelben Ringe, wird aktuell von Mitarbeitern der Deichacht Krummhörn gestrichen. Ein spezieller Metalllack soll das Stahlbauwerk vor der rauen Nordseeluft schützen und die leuchtenden Farben erhalten.

Winterliche Renovierungsarbeiten am historischen Turm

Seit Mitte Januar steht der elf Meter hohe Turm eingerüstet, um alle sieben Farbringe erneuern zu können. „Das ist das letzte Mal 2020 passiert und nun sechs Jahre her“, erklärt Frank Rosenberg, Rendant der Deichacht Krummhörn. Die Arbeiten finden bewusst im Winter statt, wenn weniger Touristen den Turm besuchen. Allerdings mussten die Malerarbeiten zwischenzeitlich wegen frostiger Temperaturen pausieren.

Die Notwendigkeit der regelmäßigen Renovierung erklärt sich durch mehrere Faktoren: Nicht nur die salzhaltige Meeresluft setzt dem Bauwerk zu, auch Vandalismus in Form von Beschmierungen und Aufklebern an den unteren Ringen erfordert fast jährliche Nachbesserungen. „Wenn wir ein paar Jahre nur die unteren Ringe streichen, verblassen mit der Zeit die oberen Farbtöne“, so Rosenberg. „Dann sieht das nicht mehr schön aus.“

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Von der Schifffahrtshilfe zum Kulturgut

Der Pilsumer Leuchtturm hat längst seine ursprüngliche Funktion als Navigationshilfe verloren. Diese Tatsache erklärt auch seine ungewöhnliche Farbgebung. Ursprünglich 1890 erbaut und komplett rot angestrichen, musste der Turm nach seiner Außerdienststellung optisch verändert werden. „Er musste quasi unkenntlich gemacht werden“, berichtet Rosenberg. So entstand das heute charakteristische Muster aus abwechselnd roten und gelben Ringen.

Überregional bekannt wurde der Turm durch Otto Waalkes' Film „Otto der Außerfriesische“ aus dem Jahr 1989, in dem der Komiker im Leuchtturm wohnte. Heute dient das Bauwerk nicht nur als beliebtes Fotomotiv für Touristen, sondern auch als außergewöhnlicher Hochzeitsort. Der Großteil der heiratenden Paare kommt aus Nordrhein-Westfalen, wie die Gemeinde Krummhörn mitteilt.

Finanzierung durch ein eigenes Konto und historische Spende

Die aktuelle Renovierung kostet etwa 7.000 Euro, wobei der Großteil auf den Gerüstbau entfällt. Interessant ist die Finanzierung: Der Leuchtturm verfügt über ein eigenes Bankkonto, auf dem Einnahmen aus Hochzeitsfeiern und Lizenzgebühren der touristischen Vermarktung landen. Diese Mittel sind ausschließlich für den Erhalt des Turms bestimmt.

Eine entscheidende Rolle für den Erhalt des Bauwerks spielte in der Vergangenheit eine Spende eines Sanitär-Großhandelsbetriebs. Das Unternehmen unterstützte die teure Sanierung unter der Bedingung, dass der Turm seine rot-gelben Farben behält – zufällig die gleichen Firmenfarben des Spenders. Seither sind die exakten Farbtöne vertraglich festgeschrieben.

Dass der Turm heute noch steht, ist nicht selbstverständlich. Zwischenzeitlich wurde sogar über einen Abriss des maroden Bauwerks diskutiert. Der damalige Oberdeichrichter setzte sich erfolgreich für den Erhalt ein – sowohl als technisches Denkmal als auch als Wahrzeichen für die gesamte Region Ostfriesland.

Mit dem aktuellen Anstrich bleibt der Pilsumer Leuchtturm nicht nur optisch ansprechend, sondern wird auch langfristig vor den Elementen geschützt. Die Deichacht Krummhörn führt die Arbeiten mit besonderer Sorgfalt durch, wie Rosenberg betont: „Wir kennen ja den Hype um den Turm. Wir machen das daher mit ganz viel Freude im Rahmen unserer Möglichkeiten.“

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