Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam verzeichnet nach Corona-Tief Besucherrekord
Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße erreicht Besucherrekord

Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam verzeichnet nach Corona-Tief Besucherrekord

Die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam hat im vergangenen Jahr einen bemerkenswerten Publikumsrekord erreicht. Mit rund 21.500 Besucherinnen und Besuchern übertraf die historische Stätte die Zahlen der Vorjahre deutlich und setzte damit ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Erinnerungskultur.

Positive Bilanz nach schwierigen Jahren

Gedenkstättenleiterin Maria Schultz zog in Potsdam eine durchweg positive Bilanz für das Jahr 2025. „Der Stiftung ist es gelungen, aus den schwierigen Corona-Jahren durch unterschiedliche Maßnahmen insgesamt sehr gut hervorzugehen“, betonte Schultz. Die gestiegenen Besucherzahlen belegen den Erfolg der vielfältigen Anstrengungen, das Interesse an der deutschen Geschichte wachzuhalten.

Bildungsarbeit mit großer Resonanz

Besonders erfreulich ist die starke Nachfrage nach den Bildungsangeboten der Gedenkstätte. Über 8.500 Schülerinnen und Schüler nahmen an Führungen, Zeitzeugengesprächen oder weiteren pädagogischen Veranstaltungen teil. Zudem wurden 4.500 Exemplare der Graphic Novel „Grenzlinien - Auswege aus der DDR“ in dritter Auflage kostenfrei an Schulklassen verteilt.

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Neue Projekte für 2026

Für das laufende Jahr kündigte Schultz mehrere ambitionierte Vorhaben an:

  • Veröffentlichung einer zweiten Graphic Novel mit dem Titel „Unvergessen - Geschichten nationalistischer Verfolgung aus Potsdam“, die ebenfalls kostenlos erhältlich sein wird
  • Start des Projekts „Wir anderen - gesellschaftliche Vielfalt in der SED-Diktatur“, das sich mit queeren Lebensrealitäten, Migrationserfahrungen und jüdischem Leben in der DDR beschäftigt
  • Ausbildung von jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren, die ihr Wissen später in Workshops an Jugendliche weitergeben sollen

Historischer Ort mit wechselvoller Vergangenheit

Das Gebäude der Gedenkstätte Lindenstraße blickt auf eine bewegte Geschichte zurück:

  1. Von 1933 bis 1945 diente es als NS-Gefängnis
  2. In der Zeit von 1952 bis 1989 wurde es als Stasi-Untersuchungsgefängnis genutzt
  3. Nach der Wende entwickelte es sich zu einem Ort des demokratischen Austauschs
  4. Seit 1995 fungiert das Haus in der Potsdamer Innenstadt offiziell als Gedenkstätte

Im vergangenen Jahr feierte die Einrichtung ihr 30-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das mit dem Besucherrekord besonders würdig begangen wurde. Die steigenden Besucherzahlen unterstreichen die anhaltende Relevanz dieser historischen Stätte für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte.

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