Schloss Raben Steinfeld: Sanierung startet mit Förderbescheid über 256.500 Euro
Schloss Raben Steinfeld: Sanierung startet mit Förderung

Schloss Raben Steinfeld: Sanierung startet mit Förderbescheid über 256.500 Euro

Die rote Backsteinfassade des Schlosses Raben Steinfeld am Schweriner See wirkt aus der Ferne noch immer majestätisch. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich jedoch deutlich die Spuren des Verfalls: Aus den Fugen sprießen kleine Birken, an den historischen Treppengeländern blättert die Farbe ab, und durch die alten Fenster dringt ungehindert der Wind. Dieses architektonische Schmuckstück mit seiner reichen Geschichte steht seit Jahren leer und gilt als dringender Sanierungsfall. Nun gibt es endlich konkrete Fortschritte für die Rettung des bedeutenden Kulturdenkmals.

Fördermittel ermöglichen umfassende Gutachten

Mit einem Förderbescheid über 256.500 Euro hat das Land Mecklenburg-Vorpommern einen entscheidenden Schritt für die Sanierung des historischen Gebäudes ermöglicht. Innenminister Christian Pegel übergab die Förderung am 11. März an Landrat Stefan Sternberg, der als Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Kulturdenkmäler Ludwigslust-Parchim den Bescheid entgegennahm. Beide Politiker gehören der SPD an.

„Die Unterstützung des Landes unterstreicht die immense Bedeutung dieses Schlosses“, erklärt Landrat Stefan Sternberg. „Schließlich steht das Gebäude sowohl räumlich als auch in den Blickachsen in direktem Bezug zum UNESCO-Weltkulturerbe, dem Residenzschloss Schwerin.“

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Mit den bereitgestellten Mitteln wird der Projektabschnitt „Gutachterliche Bestandsaufnahme“ finanziert, der insgesamt etwa 285.000 Euro kostet. In den kommenden Monaten bis zum Sommer sollen mehrere spezialisierte Gutachten erstellt werden:

  • Untersuchung von Schadstoffen im Gebäude
  • Prüfung der Stabilität der Gebäudegründung
  • Analyse zum Holz- und Artenschutz
  • Detaillierte Bewertung der Bausubstanz

Diese umfassenden Untersuchungen sollen den tatsächlichen Sanierungsbedarf des Schlosses genau dokumentieren und als Grundlage für die weiteren Planungen dienen.

Verschlechterter Zustand erfordert dringendes Handeln

Der Zustand des Schlosses hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert. „Es regnet mittlerweile durch das Dach, deshalb benötigen wir dringend diese Gutachten“, führt Stefan Sternberg aus. „Nur so können wir das genaue Ausmaß der Schäden ermitteln und mit der eigentlichen Sanierung beginnen.“

Bereits in den vergangenen Monaten wurden erste vorbereitende Maßnahmen umgesetzt. Mehrere Gebäude in direkter Nachbarschaft wurden abgerissen, darunter alte DDR-Garagen und das ehemalige Lehrlingswohnheim. Ursprünglich war geplant, das Wohnheim zu erhalten, doch aufgrund fehlender Statik und hoher Schadstoffbelastung musste es weichen.

Interessante Entdeckungen wurden bereits im Inneren des Schlosses gemacht: Erste Hinweise deuten darauf hin, dass einige Stuckelemente möglicherweise nicht aus Vollgips bestehen. Fachleute vermuten Pappmaché-Arbeiten, ähnlich wie sie bereits im Schloss Ludwigslust gefunden wurden. Genauere Analysen sollen diese Vermutung klären.

Langfristige Perspektiven und geplante Nutzung

In den kommenden vier Wochen stehen wichtige Entscheidungen an, die den weiteren Sanierungsweg bestimmen werden, wie Innenminister Christian Pegel betont. Langfristig soll das Schloss eine vielseitige neue Nutzung erhalten:

  1. Räume für die Gemeinde Raben Steinfeld
  2. Ein Trauzimmer mit angrenzendem Saal
  3. Multifunktionale Tagungs- und Veranstaltungsräume
  4. Büroflächen für verschiedene Nutzer
  5. Eine Außenstelle der Landesforst

Der große Saal im Erdgeschoss mit seinem direkten Zugang zum Raben Steinfelder Park soll nach Möglichkeit in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben. Geplant ist außerdem ein modernes Nebengebäude, das die historische Substanz ergänzt.

Organisation und finanzielle Herausforderungen

Organisiert wird das gesamte Sanierungsprojekt über den Zweckverband Kulturdenkmäler Ludwigslust-Parchim. Diesem Gremium gehören neben dem Landkreis Ludwigslust-Parchim auch die Stadt Dömitz und die Gemeinde Raben Steinfeld an. Während der Landkreis für Verwaltung und Bauprojekte zuständig ist, kümmert sich der Verband um Planung, Konzeption und Umsetzung der Maßnahmen.

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Der Weg bis zur vollständigen Sanierung bleibt jedoch lang und herausfordernd. Nach aktuellen Schätzungen könnten allein für das Hauptgebäude Investitionen von bis zu 30 Millionen Euro notwendig werden. Die jetzt beginnenden Gutachten werden genauere Zahlen liefern und den Fahrplan für die kommenden Jahre festlegen. Am Ende der Arbeiten soll das Schloss nicht nur fachgerecht saniert sein, sondern auch der Öffentlichkeit wieder regelmäßig zugänglich gemacht werden.