Schweriner Dom: 10.000 Euro für Notsicherung historischer Natursteinverkleidung
Schweriner Dom: 10.000 Euro für Notsicherung

Historische Natursteinverkleidung im Schweriner Dom erhält Notsicherung

Im Schweriner Dom ist der Sanierungsbedarf enorm, doch die finanziellen Mittel sind begrenzt. Dank einer Spende in Höhe von 10.000 Euro aus Lotterieerträgen und privaten Zuwendungen kann nun zumindest eine wichtige Notsicherung durchgeführt werden. Elisabeth Aßmann, Geschäftsführerin von Lotto Mecklenburg-Vorpommern, und Jürgen Hansen vom Ortskuratorium Schwerin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übergaben symbolisch einen Förderscheck an Pastor Güntzel Schmidt von der Evangelisch-Lutherischen Domgemeinde Schwerin.

Fördermittel für dringende Sicherungsmaßnahmen

Die Summe von 10.000 Euro stammt aus zahlreichen Spenden sowie den Erträgen der Lotterie Glücksspirale. Sie wird für die Notsicherung der historischen Natursteinverkleidung im Chorumgang des Doms verwendet. Der Schweriner Dom gehört seit dem Jahr 1995 zu den über 660 Denkmalen, welche die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Mecklenburg-Vorpommern aus privaten Spenden, Treuhandstiftungen und Lotteriemitteln fördern konnte.

Pastor Güntzel Schmidt erläuterte, dass eigentlich alle drei Grabkapellen saniert werden müssten, was jedoch einen erheblichen Aufwand bedeuten würde. Mit den bereitgestellten Fördermitteln wird zunächst die Natursteinverkleidung in der nördlichen Grabkapelle gesichert. Zusätzlich soll eine Untersuchung durchgeführt werden, um ein umfassendes Sanierungskonzept für die Zukunft zu entwickeln.

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Ursprüngliche Herstellung und aktuelle Probleme

Die Natursteinplatten wurden ursprünglich in der historischen Schweriner Schleifmühle hergestellt. Durch aufsteigendes Salzwasser sind sie jedoch stumpf geworden und müssten eigentlich poliert werden, um ihr ursprüngliches Aussehen wiederzuerlangen. Eine der Platten in der Nordkapelle musste bereits abgenommen werden, da die Aufhängung durch Korrosion beschädigt war. Dadurch werden die Platten nach außen gedrückt und verlieren ihren Halt.

Es gab Überlegungen, alle Platten abzunehmen und gründlich zu reinigen, doch dafür fehlen derzeit die notwendigen finanziellen Mittel. Die jetzt geplante Notsicherung stellt daher einen wichtigen ersten Schritt dar, um weiteren Schaden zu verhindern und die historische Substanz zu bewahren.

Historische Bedeutung des Schweriner Doms

Der Turm des Schweriner Doms erreicht eine Höhe von 117,5 Metern und ist damit der höchste Kirchturm in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Der heutige Dom in der Schweriner Altstadt ist vermutlich der dritte Bau an dieser Stelle. Zuvor standen dort eine Holzkirche und ein romanischer Dom. Der gotische Backsteinbau wurde wahrscheinlich vor dem Jahr 1270 begonnen, der Chor wurde bis 1327 vollendet und das Langhaus bis 1374 fertiggestellt. Die Wölbung des Mittelschiffs war jedoch erst im Jahr 1416 abgeschlossen.

Die reiche Ausstattung des Doms geht hauptsächlich auf die Neugestaltung aus dem Jahr 1867 zurück. Besonders wertvoll sind unter anderem die Ladegast-Orgel von 1871, der spätgotische Flügelaltar aus dem späten 15. Jahrhundert sowie die Renaissance-Grabmäler für Herzog Christoph und Elisabeth von Schweden.

Engagement der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz engagieren sich bundesweit über 85 Ortskuratoren. Jürgen Hansen hat die Aufgabe für Schwerin zu Beginn des Jahres übernommen. Der ehemalige Ministeriumsmitarbeiter nutzte seinen Ruhestand vor allem für die Sanierung der Kirche St. Georg in Kirch Stück in der Gemeinde Klein Trebbow und setzt sich nun für den Erhalt des Schweriner Doms ein.

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