Historischer Gutspark in Krenzow wird wissenschaftlich untersucht
Der denkmalgeschützte Gutspark in Krenzow, Gemeinde Rubkow, rückt in den wissenschaftlichen Fokus. Frauke Greiner, Studentin der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Neubrandenburg, widmet ihre Bachelorarbeit der Erforschung dieser historischen Anlage. Ihr Ziel ist die Entwicklung einer denkmalpflegerischen Zielstellung, die als Leitfaden für den zukünftigen Umgang mit dem Park dienen soll.
Von barocken Anfängen zu prächtiger Blüte
Die Geschichte des Krenzower Gutsparks reicht mindestens bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Auf dem Urmesstischblatt von 1835 ist bereits ein kleiner barocker Park hinter dem Herrenhaus angedeutet. Etwa fünfzig Jahre später entwickelte sich daraus ein Landschaftspark von erheblichen Ausmaßen mit einem verschlungenen Wegesystem, wie in dem Buch „Güter, Herrenhäuser und Familien um Lassan“ dokumentiert ist.
Besonders bemerkenswert war die botanische Vielfalt des Parks. Ein Beitrag der Zeitschrift „Gartenbauwirtschaft“ aus dem Jahr 1938 beschreibt schwärmerisch, dass fast alle Gehölze „Schönheiten oder Seltenheiten“ waren. Zu den ungewöhnlichen Gewächsen gehörten unter anderem:
- Kaukasischer Faulbaum
- Erlenblättrige Zimterle
- Liebesperlenstrauch
Wissenschaftliche Bestandsaufnahme als Grundlage
Bevor ein Konzept für die Zukunft entwickelt werden kann, muss zunächst der aktuelle Zustand des Parks genau erfasst werden. Caroline Rolka, Professorin für Geschichte der Gartenkunst und Gartendenkmalpflege an der Hochschule Neubrandenburg, begleitet die Studentin bei diesem Vorhaben. Rolka ist zugleich Konservatorin für praktische Gartendenkmalpflege im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern.
Gemeinsam mit Bürgermeister Holger Wendt haben Rolka und Greiner den Park bereits in Augenschein genommen. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, historische Hintergründe und Anekdoten zum Besten zu geben. „Ich freue mich sehr, dass sich die junge Frau für unsere Anlage entschieden hat“, betonte Wendt.
Praktische Umsetzung vor Ort
Um die Bestandsaufnahme effizient durchführen zu können, wird Frauke Greiner voraussichtlich in wenigen Wochen eine Ferienwohnung im Krenzower Herrenhaus beziehen. Die Kosten dafür übernimmt die Gemeinde Rubkow, wie der Bürgermeister ankündigte. Diese praktische Unterstützung ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit dem historischen Gelände.
Der Park, der heute der Gemeinde gehört und unter Denkmalschutz steht, ist laut Fachliteratur zumindest in seinen Grundstrukturen noch erkennbar. Ein Kreuz im Park erinnert an die Grabanlage der Familie von Quistorp, die bis 1945 in Krenzow ansässig war.
Bedeutung für Vorpommern
Hunderte Gutsanlagen prägen bis heute das Erscheinungsbild der Dörfer in Vorpommern. Viele dieser Anlagen verfügen über Parks, die vor etwa 200 Jahren in Mode kamen. Die steigende Produktivität in der Landwirtschaft ermöglichte es den Gutsbesitzern damals, sich solche repräsentativen Anlagen zu leisten – auch in Krenzow.
Die wissenschaftliche Arbeit von Frauke Greiner könnte somit nicht nur für den Krenzower Park, sondern als Modell für ähnliche historische Anlagen in der Region Bedeutung erlangen. Der Bürgermeister erwartet mit Spannung die neuen Erkenntnisse über den einst so prächtigen Park in seiner Gemeinde.



