25 Jahre Konzertkirche: Verborgene Nistkästen warten auf die Falken in Neubrandenburg
Verborgene Nistkästen in Konzertkirche warten auf Falken

25 Jahre Konzertkirche: Verborgene Nistkästen warten auf die Falken

Für die Besucher unsichtbar, brüten im Frühling Vögel hinter den Uhrblättern der Konzertkirche in Neubrandenburg. Ein lokaler Ornithologe freut sich besonders über eine Greifvogelart, die diese versteckten Nistplätze nutzt.

Ornithologe Joachim Stapel öffnet die Nisthilfen

Joachim Stapel, ein erfahrener Ornithologe aus Neubrandenburg, zieht es regelmäßig in den Turm der Konzertkirche, wo er die Löcher zu den Nisthilfen öffnet. "Da sitzen schon die Tauben und sehen zu uns", sagt Stapel und zeigt auf das Dach über dem Kirchenschiff. Die Vögel beobachten gespannt, während er seine Arbeit verrichtet, wagen sich aber solange nicht ins Loch, wie er noch oben ist. "Das wird aber nicht mehr lange dauern", prophezeit der Experte.

Sanierung und Denkmalschutz als Herausforderungen

Früher fanden Vögel leicht durch Löcher und Spalten in die Kirche, doch mit der Sanierung der Marien- zur Konzertkirche wurden viele Einflugmöglichkeiten verkleidet. Stapel musste intensiv mit der Stadt Neubrandenburg als Bauherrin diskutieren, um neue Nistplätze zu schaffen, wobei der Denkmalschutz stets eine gewichtige Rolle spielte. Die ersten künstlichen Nisthilfen installierte er auf der Balustrade in der Turmspitze, doch als diese für Besucher geöffnet wurde, zog er mit seinen Kästen in die Bäume rund um die Kirche.

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Alternative Nistplätze hinter den Uhrblättern

Als vor einigen Jahren die Bäume an der Konzertkirche gefällt wurden, brauchte es eine Alternative. Stapel schlug die Nischen hinter den vier Uhrblättern im Turm vor, was anfangs auf Skepsis stieß. Doch der hartnäckige Ornithologe überzeugte die Verantwortlichen mit seiner selbst entworfenen Konstruktion. Jetzt finden sich je vier Nistplätze hinter den Uhrblättern, die speziell für Dohlen und Turmfalken gedacht sind.

Hunderte Nisthilfen in der Region

Joachim Stapel hat Hunderte Nisthilfen in Neubrandenburg und Umgebung installiert: in Kirchen, an Bäumen am Tollensesee, in Wegweisern, unter Dachvorsprüngen oder unter Brücken. Sein Engagement für den Vogelschutz ist weit über die Konzertkirche hinaus bekannt. Er freut sich besonders über Turmfalken, die in guten Zeiten mit bis zu vier Pärchen in den Nistkästen brüten, zuletzt jedoch nur noch ein Pärchen nistete.

Zukunft der Nistplätze

In drei Monaten wird Stapel erneut den Turm erklimmen, um zu prüfen, ob die Turmfalken seine Nisthilfen angenommen haben. Die Konzertkirche feiert 2026 ihr 25-jähriges Jubiläum, und diese Geschichte ist Teil einer Serie, die weniger bekannte Aspekte des Wahrzeichens beleuchtet. Die Kirche wurde am 13. Juli 2001 mit einem Festkonzert eröffnet und dient seitdem als kulturelles Zentrum der Stadt.

Die Serie umfasst 25 Geschichten über das Haus und seine Menschen, darunter auch Beiträge zu historischen Wandmalereien und lokalen Botschaftern. Für Joachim Stapel bleibt der Schutz der Vögel eine Herzensangelegenheit, die er mit Hingabe und Fachwissen vorantreibt.

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