Gedenkfeier in Buchenwald: Lautstarker Protest gegen Kulturstaatsminister Weimer
Der Auftritt von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 12. April 2026 wurde von lauten Rufen und antifaschistischen Gesängen übertönt. Der parteilose Politiker, dessen Teilnahme bereits im Vorfeld umstritten war, sah sich vor Ort mit direktem Gegenwind konfrontiert.
Proteste während der Rede
Während Weimers Ansprache riefen mehrere Teilnehmer linke Parolen wie „Alerta, Alerta, Antifascista“ und stimmten das Buchenwald-Lied an, das 1938 von Häftlingen des Lagers geschrieben wurde. Diese lautstarken Äußerungen dominierten zeitweise die Atmosphäre der Gedenkveranstaltung und lenkten von der offiziellen Rede ab.
Kritik von Buchenwald-Verbänden und einer Rednerin
Bereits vor der Feier hatten zwei Buchenwald-Verbände Weimer aufgefordert, nicht persönlich zu erscheinen. Sie warfen ihm vor, es an Verständnis für die Überlebenden der Konzentrationslager missen zu lassen. Während der Veranstaltung kritisierte Lena Sarah Carlebach, Präsidentin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD), den Minister direkt. „Wenn Buchhandlungen ohne weitere Erklärung diskreditiert werden, dann gerät etwas ins Wanken“, sagte sie und bezog sich damit auf die Absage des Deutschen Buchhandlungspreises. Hintergrund ist, dass Weimer zuvor drei linke Buchhandlungen von der Preisträgerliste hatte streichen lassen, was zu Kontroversen führte.
Unterstützung und Weimers Reaktion
Demgegenüber stellten sich der Zentralrat der Juden und der israelische Botschafter Ron Prosor ausdrücklich hinter Weimer und unterstützten seine Teilnahme an der Gedenkfeier. Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur zu den Zwischenrufen äußerte sich Weimer zurückhaltend. Er betonte, dass es sich um einen Tag der Würde und der Erinnerung an die Befreiung handele, der im Vordergrund stehe. Weitere Kommentare zu den Protesten wollte er nicht abgeben.
Die Gedenkfeier in Buchenwald verdeutlichte somit die anhaltenden Spannungen rund um Weimers Kulturpolitik und die sensiblen Debatten im Kontext historischer Aufarbeitung. Die gemischten Reaktionen – von lautstarkem Protest bis hin zu offizieller Unterstützung – spiegeln die kontroverse öffentliche Wahrnehmung wider.



