Deutsche Filmförderung erreicht historische Rekordsumme
Nach schwierigen Krisenjahren erwartet die deutsche Filmbranche nun einen deutlichen Aufschwung. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verkündete beim Produzententag in Berlin eine bemerkenswerte Steigerung der staatlichen Unterstützung. Der Bund hat die Filmförderung praktisch verdoppelt und stellt insgesamt 310 Millionen Euro bereit. Damit fließt so viel Geld wie nie zuvor in diesen wichtigen Kulturbereich.
Investitionsverpflichtung für Streamingdienste beschlossen
Die schwarz-rote Koalition einigte sich vergangene Woche auf eine wegweisende Regelung für internationale Streamingplattformen und öffentlich-rechtliche Sender. Unternehmen wie Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+, die auf dem deutschen Markt erfolgreich agieren, müssen künftig verpflichtend in lokale Produktionen oder Studios investieren. Geplant ist eine gesetzlich festgelegte Mindestinvestitionsquote von acht Prozent.
Weimer, der ursprünglich freiwillige Zusagen der Anbieter bevorzugt hatte, gab schließlich nach und unterstützt nun die verbindliche Lösung. „Wir geben so viel Geld in diese Branche wie nie zuvor“, betonte der parteilose Politiker und forderte gleichzeitig private Investoren auf, dem staatlichen Vorbild zu folgen.
Euphorie bei Branchenvertretern
Die Ankündigung löste bei den anwesenden Filmproduzenten große Begeisterung aus. Michelle Müntefering, Chefin der Produzentenallianz und ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete, äußerte sich enthusiastisch: „Es gibt sie noch, die guten Nachrichten“. Sie begrüßte die geplante Investitionsverpflichtung ausdrücklich, wünscht sich allerdings langfristig eine noch höhere Quote als die vereinbarten acht Prozent.
Weimer sprach von einem „Paukenschlag“ für die deutsche Filmlandschaft und betonte, dass die positive Stimmung zu Beginn der Berlinale maßgeblich auf diesen politischen Durchbruch zurückzuführen sei. „Die Politik hat geliefert, und das Fenster ist auf“, appellierte er an die Branche, die neuen Möglichkeiten nun konsequent zu nutzen.
Zukunftsaussichten und Erwartungen
Der Kulturstaatsminister erwartet für die kommenden Jahre eine regelrechte „Filmparty“ in Deutschland. Nachdem der Staat mit der Rekordförderung in Vorleistung getreten ist, sieht er nun insbesondere die großen US-amerikanischen Plattformen und die öffentlich-rechtlichen Sender in der Pflicht. Diese sollten das positive Signal verstärken und ebenfalls verstärkt in deutsche Produktionen investieren.
Die erhöhten Förderquoten und die verbindlichen Investitionsverpflichtungen sollen gemeinsam dafür sorgen, dass die deutsche Filmwirtschaft international wettbewerbsfähiger wird und qualitativ hochwertige Produktionen entstehen können. Die Branche unterstützt die Pläne grundsätzlich, auch wenn einige Vertreter ambitioniertere Ziele favorisieren würden.



