Kinseher zieht Bilanz nach Zinners Debüt am Nockherberg
Die ehemalige "Mama Bavaria" Luise Kinseher hat sich nach der ersten Fastenpredigt ihres Nachnachfolgers Stephan Zinner am Nockherberg geäußert. Die AZ traf die 57-Jährige vor und nach der Veranstaltung, um ihr Fazit zu erfahren. Kinseher zeigte sich grundsätzlich anerkennend, übte jedoch auch deutliche Kritik an der Reaktion des Publikums.
Vor der Rede: Erwartungen und eigene Erfahrungen
Noch bevor Luise Kinseher das Starkbierfest 2026 eröffnete, äußerte sie sich auf dem roten Teppich zu ihren Erwartungen an Stephan Zinner. "Nur das Beste. Ich bin wahnsinnig gespannt. Ich bin freudig erregt, wie immer", sagte die erfahrene Darstellerin. Auf die Frage, ob Zinner sie um Rat gebeten habe, antwortete sie verständnisvoll: "Nein, nein. Das verstehe ich aber auch ganz gut. Man muss immer seinen eigenen Weg finden und da bringen einem womöglich die Vorgänger bloß ein wenig durcheinander. Das passt schon."
Kinseher betonte, dass sie selbst nicht mehr auf die Bühne zurückkehren wolle. "Ich habe das acht Jahre gemacht und bin da durch mit dem Thema. Danke", erklärte sie entschieden. Nach acht Jahren komme man nicht mehr zurück, außerdem gebe es genug andere Talente wie Stephan Zinner. Vor der Rede wünschte sie sich eine moralische Einordnung in der Ansprache, betonte aber auch den bayrischen Stolz auf eigene Werte.
Herausforderungen am Nockherberg
Die ehemalige Fastenpredigerin nannte eine besondere Herausforderung: "Mindestens 50 Prozent der Derbleckten sind dem Publikum nicht bekannt". Heutzutage kenne man vielleicht noch Markus Söder und Hubert Aiwanger, dann sei aber schon Schluss. Kinseher eröffnete das Starkbierfest traditionell und holte Paulaner-Braumeister Christian Dahncke auf die Bühne, der das neue Salvator-Bier mit acht Prozent Alkohol vorstellte.
Fazit nach Zinners Auftritt
Nach der Fastenpredigt zog Kinseher ein gemischtes Resümee. "Für die erste Rede war das doch jetzt wirklich ganz respektierlich und gut", lobte sie Zinners Leistung. Doch dann folgte die Kritik: "Aber der Saal, finde ich, hat wieder einfach nicht reagiert. Also da merkt man mal, wie schwierig das Publikum ist." Sie ist überzeugt, dass Zinner bei seinem eigenen Publikum andere Reaktionen erhalten würde.
Kinseher reflektierte auch über die schwierige Gratwanderung am Nockherberg. "Man muss immer so eine Mischung finden, wo die Leute in eine bierselige Heiterkeit kommen und sich zuprosten können. Aber zu flach und oberflächlich darf es auch nicht werden", erklärte sie. Selbst habe sie acht Jahre gebraucht, bis ihre letzte Rede wirklich gepasst habe. Anerkennende Worte also von einer, die weiß, was es bedeutet, zum ersten Mal auf dieser großen Bühne zu stehen.



