Kulturbetrieb in Sachsen-Anhalt positioniert sich gegen AfD-Programm
In einem bemerkenswerten und deutlichen Schritt haben sich 27 führende Kunst- und Kulturinstitutionen im Bundesland Sachsen-Anhalt öffentlich gegen die kulturpolitischen Pläne der rechtsextremen AfD gestellt. Die Unterzeichner, darunter das weltberühmte Bauhaus, renommierte Theater und bedeutende Kulturstiftungen, veröffentlichten am Donnerstag eine gemeinsame Stellungnahme, in der sie vor einer drohenden Instrumentalisierung der Kultur im Falle eines AfD-Wahlsieges warnen.
Appell für Kunstfreiheit und demokratische Werte
Die Erklärung der Kultureinrichtungen betont mit Nachdruck, dass Kulturpolitik nicht zur nationalistischen Vereinnahmung von Geschichte und kulturellem Erbe missbraucht werden darf. In dem Dokument heißt es wörtlich: „Die Freiheit der Kunst, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und eine an demokratischen Werten orientierte Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar.“ Die Institutionen machen damit deutlich, dass sie sich einer möglichen Umgestaltung der Kulturlandschaft durch die AfD entschieden entgegenstellen werden.
Unterstützung von Kulturminister Robra
Kulturminister Rainer Robra von der CDU hat die Position der 27 Unterzeichner ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Der Minister betonte die Bedeutung einer unabhängigen und wertebasierten Kulturpolitik für die demokratische Gesellschaft. Die breite Allianz aus Museen, Theatern, Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen zeigt, wie tief verwurzelt die Sorge vor politischen Eingriffen in den Kulturbetrieb ist.
Hintergrund der Auseinandersetzung
Der Konflikt entzündet sich am radikalen Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt, das eine grundlegende Neuausrichtung der Kulturpolitik vorsieht. Die Partei plant laut ihren Verlautbarungen, die Förderung bestimmter kultureller Projekte zu streichen und die Erinnerungskultur nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Die nun veröffentlichte Stellungnahme der Kulturinstitutionen stellt einen präventiven Schritt dar, um diese Pläne bereits im Vorfeld öffentlich zu thematisieren und zu kritisieren.
Zu den Unterzeichnern gehören neben dem Bauhaus Dessau zahlreiche Theater wie das Theater Magdeburg, das Nordharzer Städtebundtheater und das Anhaltische Theater Dessau. Auch Kulturstiftungen wie die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt sowie Museen und Gedenkstätten haben die Erklärung unterzeichnet. Diese breite Front demonstriert die Einigkeit des Kulturbetriebs in der Verteidigung demokratischer Grundprinzipien.
Bedeutung für die Kulturlandschaft
Die Stellungnahme markiert einen historischen Moment in der Kulturpolitik Sachsen-Anhalts. Noch nie zuvor haben sich so viele bedeutende Kultureinrichtungen gemeinsam und öffentlich gegen politische Pläne einer Partei positioniert. Die Institutionen betonen in ihrer Erklärung, dass Kunst und Kultur Räume des freien Austauschs und der kritischen Reflexion bleiben müssen, die nicht politischen Zwecken untergeordnet werden dürfen.
Die Aktion der 27 Kulturinstitutionen findet breite Unterstützung in der Kulturszene und bei vielen Bürgerinnen und Bürgern. Sie verdeutlicht, dass die Verteidigung demokratischer Werte und künstlerischer Freiheit in Sachsen-Anhalt eine hohe Priorität genießt. Die Unterzeichner hoffen, mit ihrer Stellungnahme eine öffentliche Debatte über die Zukunft der Kulturpolitik im Bundesland anzustoßen und klare Grenzen für politische Einflussnahme aufzuzeigen.



