Hinter den Kulissen des Nockherberg-Derbleckens: Was das Fernsehen nicht zeigt
Während die Kameras des Bayerischen Rundfunks die offiziellen Momente des traditionellen Derbleckens auf dem Nockherberg einfingen, spielten sich hinter den Kulissen zahlreiche skurrile und aufschlussreiche Szenen ab. Von heimlichem Helles bis zu intensivem Wahlkampf-Geflüster – der Abend bot mehr, als das Fernsehpublikum zu sehen bekam.
Prominente Gäste und ihre Marotten
Viele der im Rampenlicht stehenden Politiker wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verließen den Saal schnell nach Ende der Aufzeichnungen. Andere hingegen machten es sich gemütlich und genossen noch das eine oder andere Maß Salvator. Interessant: Einige Gäste bestellten heimlich Helles, das in denselben Steinkrügen wie das hauseigene Starkbier serviert wurde – offenbar wegen dessen kräftigen Geschmacks.
Skurrile Momente und technische Tricks
Für Lacher sorgte Ex-Fastenredner Maxi Schafroth, der nach einer kleinen Pause seinen Wiedereinlass in den Saal organisieren musste. „Ihr lassts mich ja noch rein, oder?“, fragte er einen Sicherheitsmann demütig. Im Saal selbst konnte man erkennen, wo der BR ein wenig nachhalf: Moderatorin Ursula Heller stand auf einem Schemel, um besser ins Bild zu kommen.
Während das Singspiel noch lief, wurde im Foyer bereits eifrig abgebaut. Der rote Teppich war verräumt, und das brandneue XXL-Bühnenbild mit München-Silhouette wurde sorgsam zusammengefaltet. Ein ungewöhnlicher Anblick für späte Gäste.
Wahlkampf und politische Stimmungen
Die Grünen präsentierten sich mit voller Kapelle und der höchsten Trachtendichte des Abends – viele Frauen inklusive. In den hinteren Reihen dominierten jedoch weiterhin Tische voller Herren. Den umtriebigsten Wahlkampf machte CSU-Mann Clemens Baumgärtner, der für Einzelgespräche regelmäßig vor die Tür ging, um eine Zigarette zu rauchen und Hände zu schütteln. Bemerkenswert: Baumgärtner hatte dem Alkohol in diesem Wahlkampf abgeschworen, anders als manch anderer Politiker.
Kulturelle Highlights und persönliche Eindrücke
Kabarettist Simon Pearce lobte Stephan Zinners erste Fastenpredigt als „für ein erstes Mal wirklich richtig super“, lehnte aber eine eigene Kandidatur für diese Aufgabe ab. Martin Frank feierte seine Nockherberg-Premiere und nannte Dieter Reiters Auftritt als Gerhard Wittmann sein Highlight. „Ich glaub, da bin ich zu unpolitisch!“, sagte Frank auf die Frage, ob er selbst einmal auf der Kanzel stehen wolle.
Späte Gäste und unerwartete Enthüllungen
Während viele Prominente wie Jutta Speidel und Michaela May schnell verschwanden, blieben andere bis spät in die Nacht. Schauspieler Stefan Murr, bekannt als Hubert Aiwanger-Darsteller, bestellte sich um Viertel nach elf noch eine Maß und sprach plötzlich Hochdeutsch. Er verriet, dass bei der letzten Probe der Drache heruntergefallen war – ein Missgeschick, das den Zuschauern erspart blieb.
Der allerletzte Gast des Abends war Clemens Baumgärtner, der lange nach Mitternacht den Saal verließ. Zu diesem Zeitpunkt waren selbst die letzten Schauspieler bereits weitergezogen. Ein Abend voller Tradition, Politik und überraschender Einblicke, der weit über das hinausging, was im Fernsehen zu sehen war.



