Spontane Schneeballschlacht vor Münchner Pinakothek löst Behördenreaktion aus
Nach einem viralen Aufruf in den sozialen Medien haben sich am 21. Februar 2026 mehrere Hundert Menschen zu einer spontanen Schneeballschlacht vor der Alten Pinakothek in München versammelt. Der Instagram-Post, der ursprünglich als lockere Idee gestartet war, sammelte innerhalb kurzer Zeit fast 25.000 Likes und löste damit eine unerwartete Massenaktion aus.
Vom Social-Media-Post zur Realität
Ein Nutzer hatte nach den heftigen Schneefällen in München die Frage gestellt: "Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, der diese Idee cool findet" und zu "Deutschlands größter Schneeballschlacht" aufgerufen. Als Bedingung nannte er mindestens tausend Likes – eine Marke, die nicht nur erreicht, sondern um das 25-fache übertroffen wurde. Augenzeugen berichteten von mindestens 300 Teilnehmern, die sich gut eine halbe Stunde lang eine fröhliche Schneeballschlacht lieferten.
Museumsreaktion: Zwischen Amüsement und Vorsicht
Tine Nehler, Sprecherin der Pinakotheken, zeigte sich nach der Aktion gelassen: "Die Leute hatten Spaß, es ist alles glimpflich abgelaufen". Das Museumsteam habe darauf geachtet, dass Besucher beim Verlassen der Pinakothek nicht von Schneebällen getroffen wurden. "Ansonsten fanden wir es lustig", so Nehler, die humorvoll anmerkte, dass neben der vielleicht größten Schneeballschlacht Deutschlands draußen im Innern des Gebäudes die größte Rubens-Sammlung Deutschlands zu bewundern sei.
Behörden mahnen: Fehlende Genehmigung als Problem
Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) München sah die Situation jedoch weniger humorvoll. Die Behörde wies darauf hin, dass für öffentliche Veranstaltungen dieser Art grundsätzlich eine Genehmigung notwendig sei, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Eine solche Genehmigung wurde für die Schneeballschlacht nicht beantragt. Dem Initiator wurde deshalb empfohlen, den Aufruf zurückzunehmen.
Der Veranstalter zeigte sich im Nachhinein überrascht von der Dimension der Aktion und ließ auf Instagram wissen, dass ihm die rechtlichen Konsequenzen "in dem Ausmaß nicht bewusst gewesen" seien. Er rief die Teilnehmer zusätzlich dazu auf:
- Keine Eisbrocken zu werfen
- Keine Steine in Schneebälle einzubauen
- Nicht auf Köpfe zu zielen
Mögliche rechtliche Konsequenzen
Das KVR machte deutlich, dass Veranstalter für mögliche Schäden haften und ihnen Kosten für Polizei- und Rettungsdiensteinsätze entstehen können. Die Durchführung nicht genehmigter Veranstaltungen könne Ordnungswidrigkeitenverfahren nach sich ziehen. Ob im konkreten Fall tatsächlich rechtliche Schritte folgen werden, blieb zunächst offen. Die Behörde betonte jedoch das Prinzip, dass spontane Massenaktionen trotz ihres unterhaltsamen Charakters nicht außerhalb der geltenden Regelungen stehen.
Die Schneeballschlacht vor der Alten Pinakothek zeigt damit das Spannungsfeld zwischen spontaner Freude an winterlichen Vergnügungen und den notwendigen behördlichen Sicherheitsvorkehrungen für öffentliche Veranstaltungen in einer Großstadt wie München.



