Hettstedt/MZ. - Wer wie Gunther Starke auf Dokumente seiner Vorfahren stößt, stellt meist fest: Sie sehen zwar mit den Schwüngen, Haken, Kringeln und Ösen an den Buchstaben sehr schön geschrieben aus, entziffern kann man sie aber nicht. In einem Kurs der Kreisvolkshochschule Mansfeld-Südharz können Interessierte nun diese fast vergessene Schrift wieder neu entdecken.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Sütterlinschrift, die zwischen 1915 und 1941 in deutschen Schulen gelehrt wurde, ist für viele heute ein Rätsel. Dabei bergen alte Briefe, Tagebücher und Dokumente oft spannende Familiengeschichten. Der Kursleiter Gunther Starke, selbst ein leidenschaftlicher Ahnenforscher, zeigt den Teilnehmern, wie sie die verschnörkelten Buchstaben entziffern können.
Praktische Übungen und Geduld
Im Kurs wird nicht nur gelesen, sondern auch selbst geschrieben. Mit Feder und Tinte üben die Teilnehmer wie Sabine Stiedenroth und Michael die charakteristischen Buchstabenformen. „Es erfordert viel Geduld, aber es macht unheimlich Spaß, wenn man plötzlich einen ganzen Satz lesen kann“, berichtet eine Kursteilnehmerin. Gunther Starke hilft dabei, die richtige Strichführung zu erlernen.
Ein kulturelles Erbe bewahren
Die Kreisvolkshochschule Mansfeld-Südharz bietet den Kurs an, um das kulturelle Erbe der Region zu bewahren. Viele historische Dokumente in Archiven und auf Dachböden sind in Sütterlin verfasst. Ohne Kenntnisse dieser Schrift bleiben sie für die Nachwelt verschlossen. Der Kurs richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen.
Interessierte können sich noch für weitere Termine anmelden. Die Nachfrage ist groß, denn immer mehr Menschen möchten die Geschichten ihrer Vorfahren entschlüsseln. Wer weiß, welche Geheimnisse in alten Briefen und Tagebüchern schlummern?



