München verabschiedete sich am Samstag, dem 2. Mai 2026, von einer der größten Schauspiellegenden Deutschlands: Mario Adorf. In der St. Michael Kirche, auch Jesuitenkirche genannt, versammelten sich rund 200 geladene Gäste, um dem im Alter von 95 Jahren verstorbenen Schauspieler die letzte Ehre zu erweisen. Die Atmosphäre war von tiefer Trauer und Verbundenheit geprägt.
Ein stiller und würdevoller Abschied
Bereits vor Beginn der Zeremonie lag eine besondere Stimmung in der Luft. Wegbegleiter, Freunde und prominente Gäste trafen sichtlich bewegt ein. Viele von ihnen verbanden jahrzehntelange Erinnerungen mit Adorf – auf der Bühne, vor der Kamera und im privaten Leben. Zwei überdimensionale Porträts der Filmlegende auf schwarzem Hintergrund zierten den Altar, dazu weiße Kerzen und Chrysanthemen. Die Kirche in der Neuhauser Straße war proppevoll, und auch viele Schaulustige säumten den Weg.
Emotionale Worte der Tochter
In der Kirche wurde es still, als die Zeremonie begann. In einer sehr persönlichen und emotionalen Feier wurde an das außergewöhnliche Leben und Wirken des Schauspielers erinnert. Tochter Stella Maria Adorf hielt eine bewegende Ansprache und schloss mit den Worten: „Wir waren Kumpel, und wie gerne würde ich ihm jetzt zurufen: 'Da capo, Mario!'“ (Zu Deutsch: „Spiel’s noch einmal!“)
München – eine Herzensstadt für Adorf
Mario Adorf liebte München. Die Stadt war ihm über viele Jahre hinweg ein Zuhause. Gemeinsam mit seiner Frau Monique lebte er hier zeitweise. Bereits in den Fünfzigern begann an den Münchner Kammerspielen seine große internationale Karriere. In Schwabing besaß er zudem ein großzügiges Apartment – ein Rückzugsort in einer Stadt, die ihm stets besonders am Herzen lag.
Prominente Gäste erweisen letzte Ehre
Unter den Trauergästen befanden sich zahlreiche bekannte Gesichter aus Film, Fernsehen und Kultur. Viele kamen, um einem Weggefährten die letzte Ehre zu erweisen – und um sich gemeinsam zu erinnern. Darunter waren: Uschi Glas mit Ehemann Dieter Hermann, Senta Berger, Veronica Ferres, Günther Netzer mit seiner Frau Elvira, Dominik Elstner (Sohn von Hannelore Elsner), David Dietl und Michael Graeter. Veronica Ferres, die Adorf beim Dreh der Kult-Komödie „Rossini“ kennenlernte, nannte ihn den „warmherzigsten Menschen“. Der ehemalige Fußballstar Günter Netzer resümierte mit tränenerstickter Stimme: „Mario war ein großartiger Mensch, ich bin froh, dass ich ihn über sehr viele Jahrzehnte auf seinem Lebensweg begleiten durfte.“
Empfang im Bayerischen Hof
Nach der Zeremonie zog die Gesellschaft mit einem schwarzen Shuttle-Bus weiter in den Bayerischen Hof, wo ein Empfang im Dachgarten-Restaurant stattfand. In ruhiger Atmosphäre, hoch über den Dächern Münchens, bei Sonnenschein und 24 Grad, wurde gemeinsam des Schauspielers gedacht. Dieser Ort trägt TV-Erinnerungen in sich: Hier entstanden in den Achtzigern Szenen der Kultserie „Kir Royal“, in der Adorf als schillernder Kleberfabrikant Heinrich Haffenloher am Pool des Luxushotels brillierte.
Letzte Ruhe in Saint-Tropez
Auch wenn München für Mario Adorf eine wichtige Rolle spielte, wird seine letzte Ruhestätte in Frankreich liegen. Der Schauspieler wurde bereits eingeäschert. Seine Beisetzung soll in den kommenden Wochen im engsten Familienkreis auf dem Cimetière marin de Saint-Tropez erfolgen – mit Blick auf das Mittelmeer. Saint-Tropez war für Adorf und seine Frau Monique ein ganz besonderer Ort. Dort verbrachten sie viele gemeinsame Sommer, fernab des Rampenlichts.
Mario Adorfs Vermächtnis
Mit Mario Adorf verliert die Filmwelt eine prägende Persönlichkeit. Er hinterlässt seine Ehefrau Monique, Tochter Stella (62) sowie Enkel Julius (22). Stella stammt aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielerin Lis Verhoeven. Adorfs Werk umfasst über 200 Film- und Fernsehproduktionen, darunter Klassiker wie „Winnetou“, „Die Blechtrommel“, „Der große Bellheim“ und „Kir Royal“. Sein Humor, seine Wärme und sein unverwechselbares Talent werden unvergessen bleiben.



