Die Bayerische Staatsoper hat mit Brett Deans Oper „Of One Blood“ einen ambitionierten, aber missglückten Abend erlebt. Dass das Werk dennoch als akzeptabler Theaterabend bestehen kann, ist vor allem Regisseur Claus Guth zu verdanken.
Ein missglücktes Werk
Brett Deans Oper, die am 11. Mai 2026 uraufgeführt wurde, leidet unter einer überfrachteten Handlung und einer Musik, die trotz aller Virtuosität nicht zu fesseln vermag. Die Geschichte um die Rivalität zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart wird in eine surreale Laborumgebung verlegt, was eher verwirrt als erhellt. Die Komposition, reich an orchestralen Effekten, bleibt letztlich blutleer und ohne dramatischen Bogen.
Guths Rettungsaktion
Claus Guth gelingt es, durch seine kluge Regie die Schwächen des Stücks zu kaschieren. Er setzt auf starke Bilder und eine präzise Personenführung, die den Sängern Raum für intensive Darstellung gibt. Besonders Vera-Lotte Boecker als Elisabeth und Johanni van Oostrum als Maria Stuart überzeugen mit stimmlicher und schauspielerischer Kraft. Guths Inszenierung schafft Momente echter Theatermagie, die über die musikalischen Defizite hinwegtrösten.
Fazit
„Of One Blood“ ist kein Meisterwerk, aber dank Claus Guth ein sehenswerter Abend. Die Bayerische Staatsoper zeigt einmal mehr, dass gute Regie auch schwache Vorlagen retten kann. Wer sich auf die surreale Inszenierung einlässt, wird mit einem intensiven Theatererlebnis belohnt.



