Bank fordert Corona-Hilfen zurück: Dieter Hallervorden soll Millionenbetrag zahlen
Bank fordert Corona-Hilfen von Hallervorden zurück

Bank fordert Corona-Hilfen zurück: Dieter Hallervorden soll Millionenbetrag zahlen

Ein finanzieller Streit zwischen dem bekannten Komiker Dieter Hallervorden und der Investitionsbank Berlin (IBB) sorgt derzeit für Aufsehen. Die unter Staatsaufsicht stehende Bank verlangt von Hallervordens Firma "Halliwood", die das renommierte Schlosspark Theater in Berlin betreibt, die vollständige Rückzahlung von Corona-Hilfen in Höhe von mehr als 2,2 Millionen Euro. Dies berichtet der "Tagesspiegel" in seiner aktuellen Ausgabe.

Vorwürfe der mangelnden Mitwirkung

Die Investitionsbank Berlin wirft dem Unternehmen laut Berichten mangelnde Mitwirkung bei der Schlussabrechnung vor. Auf wiederholte Anforderungen von Nachweisen habe die IBB entweder gar keine Rückmeldung erhalten oder diese sei nur unzureichend erfolgt. Die Rückforderungsbescheide wurden vom IBB-Vorstandsvorsitzenden Hinrich Holm und Vorstandsmitglied Angeliki Krisilion persönlich unterzeichnet.

Die betroffenen Gelder stammen aus verschiedenen Hilfsprogrammen der Jahre 2020 bis 2022, wobei die genaue Zusammensetzung dieser beträchtlichen Summe bisher nicht öffentlich bekannt wurde. Die IBB hatte als Bewilligungsstelle für Berliner Corona-Hilfen insgesamt rund 7,1 Milliarden Euro bei 430.000 Anträgen ausgezahlt.

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Hallervorden wehrt sich gegen die Vorwürfe

Dieter Hallervorden bestreitet die Anschuldigungen der Bank entschieden. Aus internen Mailwechseln gehe hervor, dass der IBB bereits im Jahr 2023 sämtliche erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt worden seien. Nathalie Hallervorden, Tochter des Komikers und selbst als Schauspielerin tätig, bestätigte gegenüber Medien: "Die Halliwood GmbH befindet sich bereits seit einiger Zeit in einem konstruktiven Austausch mit der IBB zu diesem Thema. Aus unserer Sicht liegen der IBB alle relevanten Unterlagen vor."

Auch Hallervordens Agentin meldete sich zu Wort und äußerte sich verwundert über die Rückforderung: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Hallervorden und das Schlosspark Theater eine zweckentsprechende Verwendung nicht nachweisen konnten." Sie verwies auf die erheblichen Schäden, die der Betrieb während der Pandemie erlitten habe.

Schwere Zeiten für die Kulturbranche

Während der Corona-Pandemie waren das Schlosspark Theater und das angeschlossene Kabarett Die Wühlmäuse monatelang komplett geschlossen. Im zweiten Pandemiejahr erlaubten strenge Abstandsregelungen nur etwa 150 Zuschauer pro Vorstellung, was die Einnahmen dramatisch reduzierte. Die Theaterbranche gehörte zu den am stärksten betroffenen Wirtschaftszweigen während der Lockdown-Phasen.

Teil einer umfassenden Nachprüfung

Der Fall Hallervorden ist offenbar Teil einer größeren Nachprüfung durch die Investitionsbank Berlin. Ein Sprecher der Bank teilte mit, dass sich rund 190.000 Anträge in der Nachprüfung befinden, davon ein großer Teil in der Schlussabrechnungsphase. Dabei wird überprüft, ob die Corona-Hilfen auf Basis der Jahresabschlüsse rechtmäßig ausgezahlt wurden.

"Angesichts dieser Größenordnung planen wir, die nachgelagerten Prüfungen bis Ende 2027 abgeschlossen zu haben", erklärte der Bankensprecher. Gegen Rückforderungen können betroffene Unternehmen Widerspruch bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe einlegen. Bei Ablehnung des Widerspruchs bleibt der Weg zur Klage vor dem Verwaltungsgericht Berlin offen.

Die Auseinandersetzung zwischen Dieter Hallervorden und der Investitionsbank Berlin zeigt, wie langwierig die Aufarbeitung der Corona-Hilfsprogramme sein kann und welche finanziellen Konsequenzen für Unternehmen noch Jahre nach der Pandemie drohen können.

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