Deutsche Oscar-Nominee vor der Verleihung: Müsliriegel und Dankesreden im Gepäck
Deutsche Oscar-Nominee: Müsliriegel und Dankesreden bereit

Deutsche Oscar-Nominee vor der großen Nacht in Los Angeles

Los Angeles (USA) – Die Spannung steigt: Heute Abend heißt es endlich wieder „And the Oscar goes to…“! Inmitten des Hollywood-Trubels und zahlreicher Pre-Events bereiten sich auch die deutschen Nominierten auf den glamourösen Abend vor. BILD traf die deutschen Filmemacher am Tag vor der Oscar-Verleihung und erfuhr, wie sie mit der Nervosität umgehen und was für sie unverzichtbar ist.

Vorbereitete Dankesrede und Qualitäts-Anzug von 1999

Michael Ralla (46), der für die visuellen Effekte beim Oscar-Favoriten „Sinners“ nominiert ist, gesteht gegenüber BILD: „Ich habe es noch nicht so ganz realisiert. Der Oscar ist der größte Filmpreis der Welt! Ich glaube, mir wird das Ausmaß so richtig klar, wenn ich über den roten Teppich laufe. Wir sind unter den letzten fünf – unglaublich!“

Obwohl Ralla in seiner Kategorie gegen Film-Kracher wie „Avatar“ antreten muss, hat er seine Dankesrede bereits vorbereitet. „Da kommt die deutsche Gründlichkeit ins Spiel“, erzählt er schmunzelnd. Trotzdem bleibt er realistisch: „Im Moment sieht es definitiv nach einer ‚David gegen Goliath‘-Situation aus. ‚Avatar‘ ist ganz klar der Frontrunner. Ob wir gewinnen werden oder nicht, werden wir sehen.“ Aber: „Gefeiert wird auf jeden Fall!“

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Auch modisch ist Michael Ralla, der seit 15 Jahren in Los Angeles lebt, bestens vorbereitet. „Ich habe mich bisher immer irgendwie durchgemogelt mit meinem Hugo-Boss-Anzug von 1999, der für die Abi-Feier gekauft wurde. Der hat sich ganz gut gehalten – die deutsche Qualitätsarbeit zeichnet sich aus! Doch jetzt war es Zeit für ein Upgrade.“

Das wichtigste Accessoire: Ein Müsliriegel

Ein Accessoire, ohne das Janine Jackowski (50) – deutsche Produzentin des Films „Sentimental Value“ mit neun Oscar-Nominierungen – am Oscar-Sonntag nicht aus dem Haus gehen wird? „Das Wichtigste ist mein Müsliriegel in der Tasche!“, verrät sie BILD. Ihr Produzenten-Kollege Jonas Dornbach (48) schmunzelt derweil mit Blick auf die Partynacht und fragt sich, ob es am Ende für die glamouröseste Feier des Abends reichen wird: „Die Frage ist: Enden wir auf der ‚Vanity Fair‘-Party? Es hängt ein bisschen davon ab, ob wir eine Goldstatue in der Hand haben oder nicht.“

Deutsche Beteiligung an internationalen Produktionen

Der deutsche Komponist Karim Sebastian Elias (54) komponierte die Musik für den Dokumentarfilm „Cutting through Rocks“, der in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ ins Oscar-Rennen geht. Auch wenn er persönlich nicht in der Kategorie „Beste Filmmusik“ nominiert ist, würde er sich über den Oscar natürlich sehr freuen. Bodenständig sagt er zu BILD: „Die Oscars sind natürlich fantastisch und ich bin super stolz, dabei sein zu dürfen.“ Und weiter: „Am Ende geht es darum, kreative Menschen zu feiern. Ob man gewinnt oder nicht: Es ist einfach schön, weil der Prozess, dahin zu kommen, echt hart ist. Man muss so resilient sein.“

Auch der brasilianische Film „The Secret Agent“ – mit Hauptdarsteller Wagner Moura (49) – entstand unter deutscher Beteiligung und ist viermal nominiert. In den Kategorien „Bester Film“, „Bester ausländischer Film“, „Bester Hauptdarsteller“ und „Bestes Casting“. Der Thriller wurde von der Berliner Produktionsfirma „One Two Films“ co-produziert. Die Chefs Sol Bondy (46) und Fred Burle (43) sind auch bei der Oscar-Verleihung vor Ort und fiebern dem Abend entgegen.

Die deutschen Filmemacher zeigen sich vor der großen Nacht sowohl nervös als auch vorbereitet – mit einer Mischung aus deutscher Gründlichkeit und dem notwendigen Pragmatismus für den Hollywood-Alltag. Von vorbereiteten Dankesreden bis zum essenziellen Müsliriegel in der Handtasche: Jeder hat seine eigene Strategie, um den historischen Abend zu meistern.

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