Hollywood-Star Haley Lu Richardson: Warum sie „traurig und geil“ ist
Wenn Prominente aus Hollywood Bücher veröffentlichen, handelt es sich meist um Memoiren oder Biografien über ihre Karriere. Haley Lu Richardson (31) wählt einen völlig anderen Weg. Die US-amerikanische Schauspielerin, bekannt aus Serien wie „The White Lotus“, hat einen Gedichtband mit dem auffälligen Titel „I’m Sad and Horny“ veröffentlicht, was auf Deutsch „Ich bin traurig und geil“ bedeutet. Im exklusiven Interview erklärt sie die Hintergründe dieses ungewöhnlichen Projekts.
Die Entstehung eines unkonventionellen Gedichtbands
Die Idee zu dem Buch entstand während der Dreharbeiten zu ihrem neuen Film „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ unter der Regie von Gore Verbinski (61), der für Filme wie „Fluch der Karibik“ bekannt ist. In dieser Produktion verkörpert Richardson die Figur Ingrid, die im Film körperlich auf Handys und WLAN reagiert und sogar Nasenbluten entwickelt. Um sich besser in diese Rolle einzufinden, löschte die Schauspielerin, die sich selbst als „definitiv verrückt“ beschreibt, Instagram von ihrem Smartphone.
Die neu gewonnene Zeit nutzte Richardson intensiv zum Schreiben. Am Filmset begann sie, wieder regelmäßig Gedichte zu verfassen. Insgesamt entstanden etwa 50 Texte, die persönliche Erfahrungen, Gefühle und Beziehungen thematisieren. „Während wir in Südafrika ‚Good Luck‘ gedreht haben, war ich etwa zu 90 Prozent weniger auf meinem Handy und in sozialen Medien aktiv“, berichtet Richardson. „Ich habe Instagram die ganze Zeit gelöscht, während ich Ingrid gespielt habe. Drei Monate lang war ich überhaupt nicht darauf.“ Statt zu scrollen, widmete sie sich der Poesie.
Emotionale Offenheit und gesellschaftliche Reaktionen
Der provokante Titel „I’m Sad and Horny“ spiegelt nach Richardsons Aussagen die Bandbreite ihrer Emotionen wider. Für sie ist diese Formulierung sowohl humorvoll als auch tiefgründig traurig. Die Schauspielerin thematisiert in ihren Gedichten offen Gefühle wie Trauer und Verlangen, was in der Gesellschaft nicht immer auf uneingeschränkte Akzeptanz stößt.
„Ja, ich habe selbst erlebt, wie Frauen für emotionale Offenheit kritisch betrachtet werden“, gesteht Richardson. „Das kam von fast jedem Mann, den ich je gedatet habe, und sogar von Frauen, die ich in meinem Leben kenne.“ Trotz dieser Erfahrungen sieht sie in ihrem Buch eine befreiende Möglichkeit, persönliche Empfindungen auszudrücken. Ihre Motivation beschreibt sie so: „Ich hatte dieses Gefühl im Bauch, dass es eine unglaublich befreiende Erfahrung für mich sein würde.“
Die Bedeutung des Projekts und zukünftige Pläne
Für Richardson ist der Gedichtband mehr als nur ein literarisches Experiment. Sie betont, wie wichtig es ihr ist, dass sich Leserinnen und Leser in den Texten wiederfinden können. „Selbst wenn es nur einer Person etwas bedeutet oder nur ein paar Menschen sich darin wiederfinden, das bedeutet mir sehr viel“, erklärt sie. Der Film „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“, in dem sie neben Stars wie Zazie Beetz und Michael Peña zu sehen ist, läuft seit dem 12. März in deutschen Kinos und bietet einen weiteren Einblick in ihre künstlerische Vielseitigkeit.
Richardson nutzte auch soziale Medien, um für ihr Buch zu werben, und postete selbst Schnappschüsse mit dem Gedichtband auf Instagram. Trotz ihrer vorübergehenden Pause von der Plattform zeigt dies, wie sie moderne Kommunikationswege für ihre kreativen Projekte einsetzt. Ihr Ansatz, Gefühle unverblümt zu thematisieren, könnte dazu beitragen, gesellschaftliche Tabus rund um emotionale Offenheit, insbesondere bei Frauen, weiter aufzubrechen.



