Król und Rohde: Mobbing wegen Herkunft aus Arbeiterfamilien
Król und Rohde: Mobbing wegen Arbeiterherkunft

Die renommierten Schauspieler Joachim Król und Armin Rohde haben offen über Mobbing in ihrer Schulzeit in den 1970er Jahren gesprochen. Beide stammen aus Bergarbeiterfamilien und wurden wegen ihrer Herkunft ausgegrenzt und gedemütigt. Bei einem Pressetermin in Essen schilderten sie ihre Erlebnisse.

Demütigung beim Elternsprechtag

Joachim Król, der heute zu den bekanntesten deutschen Schauspielern zählt, erinnerte sich an einen Vorfall an seinem Gymnasium in Herne. Ein Lehrer habe seinen Vater, einen Bergmann, während eines Elternsprechtags vorgeführt. Der Pädagoge habe den Vater gefragt: „Herr Król, können Sie Französisch?“ Nach der erwartbaren Verneinung habe der Lehrer nachgelegt: „Was verlangen Sie denn dann von Ihrem Sohn?“ Król erklärte, er habe seinen Vater schnell aus der Situation bringen müssen, „sonst wäre der Drecksack plattgemacht worden“.

Diskrete Ausgrenzung in Gladbeck

Armin Rohde, der aus Gladbeck stammt, berichtete von einem ähnlichen Erlebnis. Zu Beginn jedes Schuljahres sei im Klassenbuch nach dem Beruf des Vaters gefragt worden. Während andere Schüler Berufe wie Lehrer nennen konnten, habe es bei ihm geheißen: „Armin, aja, Du weißt schon.“ Rohde deutete dies als eine Form der Ausgrenzung, bei der nicht ausgesprochen werden durfte, dass sein Vater Arbeiter war.

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Trotz allem erfolgreiche Karrieren

Trotz dieser schwierigen Erfahrungen haben beide Schauspieler eine herausragende Ausbildung absolviert. Joachim Król studierte zunächst in Köln und später an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Armin Rohde wurde an der ebenfalls angesehenen Folkwang-Universität in Essen ausgebildet. Beide haben sich in der deutschen Film- und Theaterlandschaft einen festen Platz erarbeitet und wurden mehrfach ausgezeichnet.

Die Berichte der Schauspieler werfen ein Licht auf die sozialen Spannungen und Vorurteile, die in den 1970er Jahren gegenüber Arbeiterkindern an Gymnasien herrschten. Sie zeigen, wie tief solche Erfahrungen prägen können, aber auch, dass sie den beruflichen Erfolg nicht verhindern müssen.

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