Kunstprojekt macht vergessene Orte dunkler Geschichte sichtbar
Die neue Ausstellung im Kloster Rehna widmet sich Maurinmühle – dem Ort, an dem unter dem nationalsozialistischen Regime ein Kinderheim und eine „Ausländerkinder-Pflegestätte“ untergebracht waren.
Maurinmühle/Rehna • Es ist ein Kunstprojekt, das sich vergessenen Orten widmet. Orte, die in der Vergangenheit Schauplatz von Unmenschlichkeit geworden sind, jedoch kaum noch Spuren der Geschehnisse aufweisen. Mit den Mitteln der Kunst werden diese Orte sichtbar gemacht und an die Geschehnisse erinnert.
Ausstellung widmet sich dunklem Kapitel von Maurinmühle
Maurinmühle bei Neschow im Amtsgebiet Rehna ist solch ein vergessener Ort. Aus der einstigen mittelalterlichen Getreidemühle und dem ehemaligen Wohnhaus der Müllerfamilie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Fremdenpension, Lungenheilanstalt und ein Erholungsheim. In den 1940er Jahren beginnt schließlich das dunkle Kapitel dieses Ortes. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde die Anlage zum Kinderheim und zur „Ausländerkinder-Pflegestätte“. Unter anderem wurden Kinder und Säuglinge polnischer, ukrainischer und russischer Zwangsarbeiterinnen dort untergebracht und bewusst vernachlässigt.
Der Historiker Lukas Augustat hat über das Kinderheim geforscht und seine Ergebnisse unter dem Titel „Maurinmühle in Mecklenburg: NS-Kinderheim und ‚Ausländerkinder-Pflegestätte‛“ veröffentlicht. Die Ausstellungsreihe „Ortszeit – Maurinmühle“ setzt da an, wo die wissenschaftliche Forschung endet, und nähert sich diesem Geschehen durch die Perspektiven der Künstler.
Vernissage am 17. Mai 2026
Es ist die inzwischen sechste Ausstellung zu Maurinmühle des Ortszeiten-Kollektivs. Am 17. Mai 2026 um 16 Uhr wird die Ausstellung im Kloster Rehna eröffnet. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Martin Reininghaus wird der Historiker und Leiter des Grenzhus Schlagsdorf, Dr. Andreas Wagner, über die Bedeutung der künstlerischen Auseinandersetzung im Kontext der Erinnerungskultur sprechen. Anschließend wird Annette Czerny, Leiterin des Kunstprojekts sowie Künstlerin und Kuratorin der Ausstellung, mit den anwesenden Künstlern die Besucher durch die Ausstellung führen. Der Eintritt zur Vernissage ist frei.
Die Ausstellung wird von der Stadt Rehna in Kooperation mit dem Klosterverein Rehna und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt und durch den Landkreis Nordwestmecklenburg gefördert. Die Vernissage und Ausstellung sind Teil des bundesweiten Aktionstages „Zusammenhalt in Vielfalt“ am und um den 21. Mai 2026.
Die Ausstellung wird bis zum 31. Oktober 2026 zu sehen sein. Das Klostermuseum hat dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet.



