Leopoldina in Halle wird ab Sommer zur Kunstbühne für das Thema Autonomie
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, traditionell ein Ort der wissenschaftlichen Exzellenz, öffnet sich ab dem kommenden Sommer für großflächige Kunstinstallationen. In einer bemerkenswerten Kooperation mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt wurden zwei herausragende Kunstprojekte ausgewählt, die das Hauptgebäude in Halle in ein lebendiges Kunstwerk verwandeln werden.
Zwei Kunstprojekte interpretieren das Thema Autonomie
Aus einem Wettbewerb mit sechs eingeladenen Künstlerinnen und Künstlergruppen gingen zwei Konzepte als Sieger hervor, die sich intensiv mit dem Jahresthema der Leopoldina-Jahresversammlung beschäftigen: Autonomie. Die Bildhauerin Julia Schleicher wird mit ihrer Arbeit „Autonomie der Puppe“ die Innenräume des historischen Gebäudes bespielen, während die Künstlergemeinschaft Klub7 mit „Kollektive Autonomie“ das Außengelände gestaltet.
Metamorphose im Innenraum: Julia Schleichers Puppen und Kokons
Julia Schleicher erforscht in ihrer Installation die faszinierende Welt der Metamorphose. Über dreißig kunstvoll gestaltete Objekte in Form von Insektenpuppen und Kokons werden aus Materialien wie Keramik, Gips, Beton und Holzwolle gefertigt und anschließend an Wänden und Decken im gesamten Leopoldina-Gebäude platziert. Diese Arbeit setzt sich mit dem autonomen biologischen Prozess der Verwandlung auseinander und schafft einen Dialog zwischen wissenschaftlicher Beobachtung und künstlerischer Interpretation.
Kollektive Klangkunst im Außenbereich: Klub7s multisensorische Installation
Im Kontrast dazu entwickelt die Künstlergemeinschaft Klub7 eine raumgreifende Außeninstallation, die Holz, Stoffe, Sound- und Lichtelemente kombiniert. Besonders bei Nacht wird das Werk durch Lichtinstallationen weithin sichtbar sein und mit Klangelementen auch akustisch in den städtischen Raum hineinwirken. Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen individueller und kollektiver Autonomie und schafft eine Verbindung zwischen der Akademie und der Stadt Halle.
Zeitplan und Einweihung der Kunstwerke
Die feierliche Einweihung der Kunstinstallationen ist für den 21. August vorgesehen. Damit erhalten Besucher bereits mehrere Wochen vor der eigentlichen Leopoldina-Jahresversammlung, die für den 24. und 25. September geplant ist, die Möglichkeit, die Kunstwerke zu erleben. Diese zeitliche Staffelung ermöglicht es, das Thema Autonomie sowohl künstlerisch als auch wissenschaftlich über einen längeren Zeitraum zu erforschen und zu diskutieren.
Diese Initiative markiert einen bedeutenden Schritt in der Öffnung der Leopoldina für neue Formen des Dialogs zwischen Wissenschaft und Kunst. Durch die Integration von Kunstinstallationen in ihren Hauptsitz schafft die Akademie nicht nur einen zusätzlichen kulturellen Anziehungspunkt in Halle, sondern eröffnet auch neue Perspektiven auf komplexe wissenschaftliche Themen wie Autonomie.



