Max Müller über Beziehungen am Set: 'Wahre Freundschaft unter Kollegen unmöglich'
Seit einem Vierteljahrhundert steht Max Müller vor der Kamera für die erfolgreiche ZDF-Serie 'Die Rosenheim-Cops'. Als einer der wenigen Darsteller der ersten Stunde – neben Karin Thaler – hat der Schauspieler zahlreiche Kollegen kommen und gehen sehen. Doch wie gestalten sich die Beziehungen hinter den Kulissen wirklich? Im exklusiven Gespräch mit der AZ gewährt der Serien-Urgestein intime Einblicke in das Miteinander im Schauspielbusiness.
'Ich bin öfter enttäuscht worden' – Müller über persönliche Erfahrungen
Am Rande einer Lesung von Karin Thaler in der Rosenheimer Buchhandlung Thalia äußerte sich Max Müller überaus offen zu diesem sensiblen Thema. 'Das ist ein ganz schwieriges Thema für mich', gestand der Darsteller des beliebten Charakters Michi Mohr. Seine Zurückhaltung in Bezug auf persönliche Beziehungen innerhalb der Branche hat konkrete Gründe: 'Ich bin öfter von sogenannten Freunden ziemlich enttäuscht worden und diesbezüglich inzwischen sehr zurückhaltend.'
Dennoch pflegt Müller zwei tiefe Freundschaften, die ihn seit Jahrzehnten begleiten. Die Besonderheit: 'Beide sind zum Glück nicht in der Schauspielbranche.' Diese außerberuflichen Verbindungen zu Maria und Günther haben sich als beständig erwiesen und überdauern alle Höhen und Tiefen seines Lebens.
Kollegialität ja, Freundschaft nein: Müllers klare Haltung
Auf die Frage, ob Freundschaften im Schauspielbusiness von Dauer sein können, hat Max Müller eine eindeutige Position. Zwar gebe es durchaus 'gute Bekanntschaft und Kollegialität' unter den Kollegen, doch wahre Freundschaft hält er für unmöglich: 'Wahre Freundschaft funktioniert unter Kollegen nicht, dazu ist der Egoismus viel zu groß.'
Diese Einschätzung begründet der erfahrene Schauspieler mit den strukturellen Bedingungen der Branche. Schauspieler befänden sich ständig im direkten Konkurrenzkampf um:
- Bedeutende Rollen
- Öffentliche Aufmerksamkeit
- Wertvolle Sendezeit
Diese Konkurrenzsituation erschwere nach Müllers Erfahrung den Aufbau dauerhafter, vertrauensvoller Beziehungen.
Entspannte Atmosphäre am Set trotz allem
Dass hinter den Kulissen von 'Die Rosenheim-Cops' regelmäßig Konflikte eskalieren, schließt Max Müller jedoch aus. Bereits im vergangenen Jahr betonte er gegenüber der AZ, dass die Stimmung am Set 'meist recht entspannt' sei. Die langjährige Zusammenarbeit vieler Kollegen vor und hinter der Kamera trage dazu bei, dass 'manches etwas einfacher' werde.
Besonders zu Karin Thaler und Marisa Burger, mit denen er bereits in der allerersten Folge der Serie zu sehen war, verbindet den Schauspieler eine besondere kollegiale Beziehung. Alle drei gehören zum ursprünglichen Ensemble und teilen damit eine gemeinsame Geschichte.
Privates gewinnt an Bedeutung
Aktuell legt Max Müller besonderen Wert auf die Trennung zwischen Berufs- und Privatleben. Bei den Dreharbeiten zu 'Die Rosenheim-Cops' tritt er etwas kürzer, um sich verstärkt um seine privatesten Angelegenheiten kümmern zu können. Besonders wichtig ist ihm dabei die Fürsorge für seine Mutter, die in einem Heim nahe Wien lebt.
Diese bewusste Fokussierung auf das Private unterstreicht Müllers grundsätzliche Haltung: Eine klare Trennung zwischen beruflichem Umfeld und persönlichem Leben kann im Schauspielbusiness hilfreich sein – besonders wenn man, wie Max Müller, die Erfahrung gemacht hat, dass wahre Freundschaft unter Kollegen eine seltene Ausnahme bleibt.



