Neue Ära für das Jüdische Museum München: Alina Gromova übernimmt die Leitung
Das Jüdische Museum München steht vor einem bedeutenden Führungswechsel. Die Berlinerin Alina Gromova tritt die Nachfolge von Gründungsdirektor Bernhard Purin an und bringt eine einzigartige persönliche Geschichte mit. In einem exklusiven Interview gewährt sie Einblicke in ihre Identität, ihre Verbindung zu München und ihre ambitionierten Pläne für die Zukunft der renommierten Institution.
Eine Lebensreise von der Ukraine nach München
Alina Gromova wurde 1980 im ukrainischen Dnipropetrowsk geboren und verbrachte dort ihre prägenden Jugendjahre. Ihre Bildungsreise führte sie 1996 zunächst in ein Internat nach Israel, bevor sie 1997 gemeinsam mit ihrer Familie als Kontingentflüchtling nach Deutschland kam. Diese multikulturellen Erfahrungen prägen heute ihren Blick auf jüdische Geschichte und Gegenwart.
Visionen für das Museum der Zukunft
In ihrer neuen Rolle als Direktorin möchte Gromova das Jüdische Museum München zu einem lebendigen Ort des Dialogs und der Begegnung entwickeln. Ihre Pläne umfassen:
- Die Erweiterung der Dauerausstellung um zeitgenössische jüdische Perspektiven
- Die Intensivierung der Bildungsarbeit mit Schulen und Universitäten
- Die Förderung interkultureller Veranstaltungsformate
- Die digitale Transformation der Museumsangebote
„München hat eine komplexe jüdische Geschichte, die es zu bewahren und gleichzeitig neu zu interpretieren gilt“, erklärt Gromova in ihrem ersten ausführlichen Interview seit der Ernennung. Die Stadt biete mit ihrer kulturellen Vielfalt ideale Voraussetzungen für innovative Museumsarbeit.
Brückenbauerin zwischen Tradition und Moderne
Als Nachfolgerin von Bernhard Purin, der das Museum seit seiner Gründung maßgeblich geprägt hat, sieht Gromova ihre Aufgabe darin, bewährte Strukturen zu erhalten und gleichzeitig neue Akzente zu setzen. Ihre ukrainisch-jüdische Herkunft und ihre langjährige Erfahrung in der deutschen Kulturlandschaft qualifizieren sie besonders für diese Brückenfunktion.
Die Übergabe der Museumsleitung markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Münchner Kulturinstitution. Unter Gromovas Führung soll das Haus seine Strahlkraft als Zentrum jüdischen Lebens in Bayern weiter ausbauen und neue Besuchergruppen ansprechen.



