Olivia Colman spricht offen über Geschlechtsidentität und Ehe
Die gefeierte britische Schauspielerin und Oscarpreisträgerin Olivia Colman hat in einem aufschlussreichen Interview mit dem LGBTQ-Magazin Them persönliche Einblicke in ihre Geschlechtsidentität und ihre langjährige Ehe gegeben. Die 52-jährige Künstlerin, die seit August 2001 mit dem Drehbuchautor Ed Sinclair verheiratet ist und mit ihm drei Kinder hat, beschrieb sich selbst auf ungewöhnliche Weise.
"Ich habe mich immer als schwuler Mann beschrieben"
Im Gespräch anlässlich ihres neuen Films Jimpa verriet Colman: "Ich habe mich meinem Ehemann gegenüber immer als schwuler Mann beschrieben". Sie betonte, dass Sinclair diese Aussage stets mit Verständnis aufgenommen habe und mit "Ja, verstehe ich" reagierte. Diese Offenheit habe ihr geholfen, sich in der queeren Community heimisch und wohl zu fühlen.
Die Schauspielerin, die für ihre Rolle der Königin Anne in The Favorite mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, erklärte weiter: "Ich habe mich schon immer irgendwie nicht-binär gefühlt". Sie legte jedoch Wert darauf, dass aus dieser persönlichen Einschätzung keine großen Schlagzeilen gemacht werden sollten.
Dreharbeiten zu "Jimpa" als prägendes Erlebnis
Der Spielfilm Jimpa unter der Regie der Australierin Sophie Hyde, der beim Sundance-Festival Premiere feierte, war für Colman eine besondere Erfahrung. In dem Film spielt sie eine Filmemacherin, die ihren nicht-binären trans Teenager Frances zu dessen homosexuellem Großvater (dargestellt von John Lithgow) begleitet.
"Ich habe noch nie so lange Zeit in der Trans-Community verbracht wie bei den Dreharbeiten zu Jimpa", sagte Colman. Sie betonte, dass sie dabei viel gelernt habe und "besser geworden im Umgang mit Pronomen" sei. Die intensive Auseinandersetzung mit queeren Themen habe ihr gezeigt, dass sie nicht allein darin sei, Geschlechterverhältnisse als nicht-binär anzusehen.
Persönliches Umfeld und künstlerische Motivation
Colman gab außerdem Einblick in ihr privates Umfeld: "Die Männer, die ich kenne und liebe, sind mit allen Seiten ihrer Persönlichkeit vertraut". Sie verbringe bewusst wenig Zeit mit Menschen, die dezidiert heterosexuell aufträten. In ihrer Ehe mit Sinclair wechselten sie sich damit ab, wer von ihnen "der Starke" sei und wer mehr Sanftmut benötige.
Für Regisseurin Sophie Hyde hat die Geschichte von Jimpa einen autobiografischen Kern: Ihr Vater starb 2018, kurz bevor ihr Kind begann, über seine queere Identität zu sprechen. Die Rolle des Teenagers Frances wird von Aud Mason-Hyde gespielt.
Colman betonte abschließend, dass es ihr ein besonderes Bedürfnis sei, solche Geschichten erzählen zu helfen und damit einen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog über Geschlechtsidentität zu leisten.



