Ein tödlicher Roadtrip
Die britisch-deutsche Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo hat einen neuen Roman veröffentlicht: „So, in etwa, ist es geschehen“. Das Buch erzählt die Geschichte einer Autofahrt, die in einer Katastrophe endet. Ein weißer Mann, ein sogenannter Mansplainer, belästigt seine schwarze Mitfahrerin mit herablassenden und rassistischen Kommentaren. Die Frage, die der Roman aufwirft: Ist der Tod dieses Mannes eine logische Konsequenz seines Verhaltens?
Die Handlung
Die Protagonistin, eine schwarze Frau, nimmt einen weißen Mann in ihrem Auto mit. Während der Fahrt beginnt dieser, ihr ungefragt die Welt zu erklären – typisches Mansplaining. Er redet auf sie ein, belehrt sie und macht abfällige Bemerkungen über ihre Herkunft. Die Situation eskaliert, und am Ende der Fahrt ist der Mann tot. Der Roman lässt offen, ob es sich um einen Unfall, Notwehr oder Mord handelt.
Gesellschaftskritik im Krimiformat
Otoo, die für ihren Roman „Dort, wo die Wildnis wächst“ bekannt ist, packt in ihren neuen Text viele Reizthemen: Rassismus, Sexismus, Machtgefälle und die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen. Der Roman ist ein Krimi, aber auch eine tiefgründige Gesellschaftsanalyse. Die Autorin zeigt, wie alltägliche Mikroaggressionen tödliche Konsequenzen haben können.
Stil und Erzählweise
Der Roman ist in einer klaren, eindringlichen Sprache geschrieben. Otoo wechselt zwischen verschiedenen Perspektiven und lässt die Leserinnen und Leser die Gedanken der Protagonistin miterleben. Die Erzählung ist dicht und spannend, aber auch nachdenklich. Sie zwingt dazu, sich mit den eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen.
Fazit
„So, in etwa, ist es geschehen“ ist ein provokativer und wichtiger Roman. Er stellt unbequeme Fragen und bietet keine einfachen Antworten. Otoo zeigt, dass Worte verletzen können – und dass die Wut der Unterdrückten manchmal tödlich sein kann. Ein Buch, das noch lange nachhallt.



