Star Trek Voyager: Neues Spiel verwandelt Spieler in den Captain des legendären Raumschiffs
In Deutschland gibt es bekanntlich 80 Millionen Bundestrainer. Unter den Fans der Star Trek-Serie "Raumschiff Voyager" aus den 1990er-Jahren dürften zwar weniger sein - doch viele von ihnen haben sich sicherlich schon gedacht: "Das hätte ich als Captain Janeway besser gemacht!" Mit "Star Trek: Voyager - Across the Unknown" erhalten sie nun endlich ihre Chance.
Die eigene Voyager-Saga gestalten
Das in Hamburg entwickelte Survival-Spiel von Gamexite und Publisher Daedalic Entertainment überträgt den Spielerinnen und Spielern das Kommando über das Raumschiff Voyager auf seiner epischen Heimreise. Die Grundhandlung folgt dem bekannten Plot: Ein mächtiges Wesen transportiert die Voyager ans andere Ende der Galaxie, und die Crew muss die 75 Jahre dauernde Rückreise bewältigen. Doch während die Serie nach Drehbuch verlief, bestimmen im Spiel die Spieler selbst, wie, wann und unter welchen Umständen das Raumschiff die Erde erreicht.
Textbasierte Erzählung meets Ressourcenmanagement
"Across the Unknown" vereint textbasierte Erzählung mit Charakterentwicklung und komplexem Ressourcenmanagement. Die Handlung orientiert sich grob an den Ereignissen der Serie, wobei viele Folgen als Haupt- und Nebenmissionen im Spiel auftauchen. Das Besondere: Spieler müssen nicht den vorgegebenen Weg der Serie gehen. Stattdessen stehen bei jeder Herausforderung mehrere Lösungswege zur Auswahl:
- Hilfe für ein Raumschiff in Not oder Weiterflug?
- Friedliche Lösung oder Konfrontation?
- Wissenschaftlicher oder diplomatischer Ansatz?
Helden entwickeln und Ressourcen managen
Neben den moralischen Entscheidungen spielt die Heldenentwicklung eine zentrale Rolle. Die Hauptfiguren der Serie - von Tuvok bis Tom Paris - können verschiedenen Räumen des Schiffs zugewiesen werden, um Boni zu erhalten, oder auf Planetenmissionen geschickt werden. Ihre individuellen Fähigkeiten bestimmen dabei, welche Handlungsstränge sich öffnen. Für erfolgreich absolvierte Missionen steigen die Helden in Leistungsstufen auf und erhalten bessere Fähigkeiten.
Parallel dazu muss das Raumschiff sorgfältig gepflegt werden. Ressourcen sind in den Weiten des Weltraums knapp, und Spieler müssen ständig Energieproduktion, Labore, Quartiere und Waffen im Blick behalten. Das Ressourcenmanagement wird im späteren Spielverlauf besonders komplex: Reicht die Energie nicht für den Replikator, müssen Planeten nach Nahrung abgesucht werden - was wiederum Zeit und Energie kostet.
Moralische Dilemmata und Serientreue
Das Spiel konfrontiert Spieler mit denselben moralischen Dilemmata wie die Serie. Ein besonders bekanntes Beispiel ist das Tuvix-Problem: Zwei Crewmitglieder verschmelzen durch einen Unfall zu einem Wesen namens Tuvix. Muss dieses Wesen geopfert werden, um die beiden wichtigen Crewmitglieder zurückzubekommen? Oder lässt man Tuvix leben und verliert dafür zwei Freunde?
Die enge Anlehnung an die Serie sorgt für Authentizität und ermöglicht es Spielern, bei schwierigen Entscheidungen auf ihr Serienwissen zurückzugreifen. Eingesprochene Logbucheinträge von den originalen Schauspielern Tim Russ (Tuvok) und Robert Duncan McNeill (Tom Paris) verstärken dieses Gefühl der Immersion.
Fazit: Gelungene Simulation mit Tiefgang
"Star Trek: Voyager - Across the Unknown" macht richtig Spaß und stellt selbst im niedrigen Schwierigkeitsgrad eine meisterbare Herausforderung dar. Die Kombination aus moralischen Entscheidungen, Heldenpflege, Ressourcenmanagement und Action funktioniert gut, auch wenn kleinere technische Probleme und gelegentliches Geklicke den Spielfluss stören können. Das Versprechen, die Reise der Voyager auf eigene Art zu gestalten, löst das Spiel mit viel Liebe zum Detail ein und lädt dazu ein, die Serie mit modernen Augen neu zu entdecken.
Erhältlich ist das Spiel für PC (35 Euro, Deluxeversion mit Zusatzmissionen für 45 Euro) sowie für Nintendo Switch 2, Playstation 5 und Xbox Series X/S (40 Euro, Deluxeversion 50 Euro). Die Zusatzinhalte der Deluxeversion sind auch einzeln für 13 Euro erhältlich.



