Rapperin Finna übernimmt Hauptrolle: Literaturverfilmung „Superbusen“ startet Dreharbeiten in Chemnitz
„Superbusen“-Verfilmung: Rapperin Finna dreht in Chemnitz

Von der Bühne auf die Leinwand: Rapperin Finna übernimmt Hauptrolle in „Superbusen“-Verfilmung

Die erfolgreiche Literaturverfilmung des Bestseller-Romans „Superbusen“ nimmt konkrete Formen an. In den vergangenen Tagen war das Filmteam für umfangreiche Dreharbeiten in Chemnitz zu Gast, wo Aufnahmen an der Technischen Universität, am ikonischen Karl-Marx-Monument und für diverse Straßenszenen entstanden. Der Film adaptiert den 2020 erschienenen Debütroman von Paula Irmschler, der das Leben einer jungen ostdeutschen Frau in politisch aufgeheizten Zeiten porträtiert.

Coming-of-Age-Geschichte mit politischem Tiefgang

Im Zentrum der Handlung steht die Protagonistin Gisela, die nach ihrem Abitur von Dresden zum Studium nach Chemnitz zieht und dort mit Freundinnen die Band „Superbusen“ gründet. Diese Rolle übernimmt die bekannte Rapperin Finna, die mit Projekten wie „Zartcore“ und „Riot Feminist“ bereits musikalische Erfolge feierte und nun erstmals in einer Filmhauptrolle zu sehen sein wird. Der Roman und seine Verfilmung nehmen explizit Bezug auf die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz im Jahr 2018 und behandeln Themen wie Freundschaft, Musik, Rassismus und Bodyshaming aus der Perspektive einer jungen, linken Frau aus Ostdeutschland.

Die Produktion hat bereits mehr als die Hälfte der Dreharbeiten abgeschlossen, wie Produzentin Laura von Portatius bestätigt. Neben Chemnitz fanden bereits Aufnahmen in Leipzig und Dresden statt, weitere Drehs sind für die kommenden Wochen in Köln und Berlin geplant. Der Rest der Produktion soll bis Ende des Monats fertiggestellt werden, wobei die Mitteldeutsche Filmförderung das Projekt mit einer stattlichen Summe von 750.000 Euro unterstützt.

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Chemnitzer Musikszene als lebendiger Hintergrund

Der Film greift die pulsierende Musikszene in Chemnitz auf, die sich in den vergangenen Jahren überregional einen Namen gemacht hat. Neben bekannten Acts wie Kraftklub und dem Indie-Pop-Trio Blond wird im Film auch das Duo Tränen präsent sein, das von Sängerin Gwen Dolyn und Kraftklub-Gitarrist Steffen Israel gegründet wurde. Diese musikalische Verankerung sowie das besondere Nachtleben der Stadt fließen authentisch in die Handlung ein und schaffen einen lebendigen Hintergrund für die Coming-of-Age-Erzählung.

Weitere prominente Besetzungen umfassen Fritzi Haberlandt in der Rolle von Giselas Mutter und die bereits erwähnte Sängerin Gwen Dolyn in einer weiteren Filmrolle. Die Regie und das Drehbuch hat Constanze Klaue übernommen, die bereits für die Verfilmung von Lukas Rietzschels Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ verantwortlich zeichnete. Klaue beschreibt „Superbusen“ als die weibliche, witzige, laute und bunte Antwort auf männliche Radikalisierungsgeschichten.

Tragikomödie mit ungewöhnlichem Frauenblick

„Mir gefällt es, einmal Frauen zu zeigen, die auch laut sind, trinken und so rotzig sein dürfen wie Männer“, erklärt Regisseurin Constanze Klaue. „In der Filmwelt würde ich sagen, ein fast ungewöhnlicher Blick auf eine Frauenwelt.“ Der Film soll als Tragikomödie mit viel Humor und Leichtigkeit daherkommen und gleichzeitig tiefgründige gesellschaftliche Themen behandeln.

Bereits 2022 hatte das Theater Chemnitz die Geschichte als szenisch-musikalischen Roadtrip auf die Bühne gebracht, was den anhaltenden Erfolg und die Relevanz des Stoffes unterstreicht. Die Kinopremiere ist für das Jahr 2027 vorgesehen, womit die Verfilmung von „Superbusen“ eines der vielversprechendsten deutschen Filmprojekte der kommenden Jahre darstellt.

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