Kathrin Schmidt (67) liest in Uckermark: 'Ich habe noch elenden Hunger nach Worten'
Kathrin Schmidt liest in Uckermark über Sprachlosigkeit

Buchpreisträgerin Kathrin Schmidt gastiert in umfunktioniertem Jugendklub

Die renommierte Autorin Kathrin Schmidt (67) wird am 15. März in der Seelübber Schreibwerkstatt in der Uckermark aus ihrer vielbeachteten Rede „Kafka – Entschlüsse“ lesen. Die Veranstaltung findet in einem ehemaligen Jugendklub statt, den Verlegerin Doreen Mechsner zu einem literarischen Treffpunkt umgestaltet hat.

Verlegerin ist stolz auf prominente Gastautorin

„Ich bin total stolz, dass Kathrin sofort zugesagt hat“, erklärt Doreen Mechsner im Vorfeld der Lesung. Die Verlegerin hat die Rede, die Schmidt im Juni 2024 anlässlich des 100. Todestages von Franz Kafka in der Akademie der Künste hielt, in ihrem UMland-Verlag veröffentlicht. „Es ist famos, dass ich diese zunächst ignorierte Rede verlegen durfte und somit Verlegerin einer Buchpreisträgerin bin“, ergänzt Mechsner begeistert.

Die Lesung beginnt um 16 Uhr, Einlass ist bereits ab 15.15 Uhr möglich. Aufgrund der begrenzten Platzzahl im kleinen Ort bei Prenzlau ist eine vorherige Reservierung per E-Mail an schreibwerkstatt-seeluebb@web.de erforderlich.

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Schmidts Worte über Sprachlosigkeit und Wort-Hunger

Im Zentrum der Lesung steht Schmidts intensive Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Schreibblockade. Besonders beeindruckt hat Verlegerin Mechsner der Satz: „Ich habe zumindest noch einen elenden Hunger nach Worten. Sie klemmen seit einigen Jahren sehr tief im Hirnkasten fest und wollen nicht raus. Keine Chance. Mein Zustand macht sprachlos, nur mich, denn niemand vermisst, was ich schweige.“

Die Autorin beschreibt in ihrer Rede, „wie es ihr ergeht in dieser Zeit, die es macht, dass sie irgendwie nicht mehr richtig schreiben kann.“ Trotz dieser Herausforderungen bleibt ihre Kafka-Rede laut Mechsner „hochaktuell“ und fesselt Leserinnen und Leser gleichermaßen.

Geselliger Ausklang und Zukunftspläne der Schreibwerkstatt

Im Anschluss an die Lesung lädt Doreen Mechsner zu Kaffee und Kuchen ein, wo ausgiebig geplaudert werden darf. Die vierfache Mutter, die selbst Bücher schreibt, plant regelmäßige Öffnungszeiten für ihre Schreibwerkstatt. „Ich möchte bei Kaffee und Tee für Gespräche zur Verfügung stehen und nebenbei vielleicht die eine oder andere Geschichte einsammeln“, verrät die Initiatorin.

Künftig sollen an diesem besonderen Ort nicht nur weitere Lesungen, sondern auch Schreibkurse stattfinden. Mechsner hofft auf regen Zuspruch: „Es wäre wunderbar, wenn an diesem Tag viele Menschen in meine Schreibwerkstatt kommen und zuhören würden.“ Sie beschreibt Kathrin Schmidt zudem als „ganz feinen Menschen“, was die Veranstaltung zusätzlich bereichern wird.

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