Ein literarisches Meisterwerk in zwölf monumentalen Sätzen
Der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai, der im Jahr 2025 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, hat mit „Zsömle ist weg“ einen außergewöhnlichen neuen Roman vorgelegt. Das Werk umfasst auf über 300 Seiten lediglich zwölf vollständige Sätze, die jedoch jeweils als eigenständige literarische Monstren fungieren.
Die Kunst der verdichteten Erzählung
Jeder dieser zwölf Sätze entwickelt sich zu einem komplexen Gedankenstrom, der den Leser in eine intensive literarische Erfahrung zieht. Krasznahorkai, der seit Jahren als Anwärter auf den Nobelpreis gehandelt wurde und heute in Triest lebt, demonstriert in diesem Werk erneut seine einzigartige Erzählkunst. Die schwedische Akademie begründete ihre Entscheidung für den Literaturnobelpreis 2025 mit seinem „überzeugenden und visionären Werk, das inmitten apokalyptischer Schrecken die Kraft der Kunst bekräftigt“.
Zwei Erzählstränge in verdichteter Form
In diesen wenigen, aber äußerst kunstvoll konstruierten Sätzen erzählt der 72-jährige Autor gleich zwei Geschichten:
- Die Geschichte eines politischen Umsturzes, eines Staatsstreichs mit allen seinen Implikationen
- Die persönliche Geschichte eines einsamen und verwirrten Mannes, der sich in einer sich wandelnden Welt zurechtfinden muss
Obwohl das Buch sich nicht im herkömmlichen Sinne leicht lesen lässt, entfaltet es durch die meisterhafte sprachliche Gestaltung eine faszinierende Wirkung. Krasznahorkai gelingt es, komplexe politische und psychologische Themen in einer äußerst verdichteten Form zu präsentieren, die den Leser zum intensiven Mitdenken und Nachspüren einlädt.
Ein literarisches Ereignis von internationaler Bedeutung
Die Veröffentlichung von „Zsömle ist weg“ markiert ein bedeutendes Ereignis in der zeitgenössischen Literatur. Nach der Nobelpreisverleihung im vergangenen Jahr richtet sich die internationale Aufmerksamkeit erneut auf den ungarischen Autor, dessen Werk bereits seit Jahrzehnten die literarische Landschaft prägt. Dieser Roman bestätigt nicht nur die Entscheidung der Nobelpreis-Jury, sondern setzt neue Maßstäbe für experimentelle Erzählformen in der Gegenwartsliteratur.



