Kulturstaatsminister Weimer sagt Termine auf Leipziger Buchmesse ab
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat alle seine geplanten Termine am ersten Tag der Leipziger Buchmesse kurzfristig abgesagt. Dies bestätigte Messesprecher Felix Wisotzki in einer offiziellen Mitteilung. Weimer wird lediglich wie ursprünglich vorgesehen am Mittwochabend beim Festakt zur Eröffnung der bedeutenden Buchmesse sprechen.
Traditioneller Rundgang und weitere Veranstaltungen fallen aus
Der jeweilige Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien absolviert traditionell einen ausführlichen Rundgang über die Leipziger Buchmesse. Dieser war auch für Weimer an diesem Donnerstag fest eingeplant gewesen. Zusätzlich sollte der Kulturstaatsminister die Eröffnung des Ukraine-Standes auf der Buchmesse vornehmen und im Anschluss daran am Abend in der Deutschen Nationalbibliothek an einer wichtigen Diskussionsrunde zum Thema Meinungsfreiheit teilnehmen. Alle diese Termine wurden nun gestrichen.
Hintergrund der Absagen: Kritik an Weimers Entscheidungen
Wolfram Weimer war in der jüngeren Vergangenheit mehrfach in die Kritik der Kulturbranche geraten. Wegen sogenannter verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse ließ er drei linke Buchläden von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis streichen. Diese prestigeträchtige Auszeichnung hätte eigentlich auf der Messe vergeben werden sollen. Weimer sagte schließlich die gesamte Verleihungszeremonie komplett ab. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels äußerte sich daraufhin deutlich kritisch zu diesem Vorgehen.
Kurz darauf wurde bekannt, dass sich Weimer gegen einen lange geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig entschieden hat. Ein Sprecher teilte mit, die Planungen seien wegen der unsicheren Haushaltslage des Bundes ausgesetzt worden. Weimer strebe stattdessen an, in Zukunft möglichst digitale Werke sammeln zu lassen. Auch gegen diese Entscheidung erhoben sich zahlreiche Stimmen aus der Kulturszene, die sich weiterhin für den dringend benötigten Anbau aussprachen.
Die Leipziger Buchmesse öffnet ihre Tore für Besucher vom 19. bis 22. März und zählt zu den wichtigsten Literaturveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Die Absagen des Kulturstaatsministers werfen Fragen über sein Engagement für die Branche auf und sorgen für Diskussionen in Fachkreisen.



