Fransen, Federn, Falten: Die Mikrotrends der Saison 2026 im Detail
Es sind nicht immer die großen Linien, die den Unterschied in der Mode ausmachen. Manchmal lohnen sich genauere Blicke auf kleinere, aber prägnante Trends. Für Frühjahr und Sommer 2026 stehen dabei vor allem flatterhafte Elemente im Fokus, die Outfits Bewegung und Leichtigkeit verleihen. Von Jessica Kliem, dpa, 26. Februar 2026.
Fransen: Vom Western-Look zum durchdachten Stilwerkzeug
Wer bei Fransen sofort an klassische Western-Jacken denkt, darf umdenken: In den aktuellen Kollektionen der Designerinnen und Designer kommen Fransen wesentlich kreativer zum Einsatz. Laut der Zeitschrift Textilwirtschaft in ihrer Laufsteg-Analyse für Frühjahr und Sommer 2026 (Ausgabe 43/2025) zeigen sie sich mal klein und fein, mal allover und massiv.
Chanel setzt Fransen etwa an Ärmeln und Säumen, kombiniert mit senfgelben, eleganten Kleidern. Bei Elie Saab ergänzen sie Blütenapplikationen, bei McQueen ein silbriges Top. Acne Studios zieren damit große weiße Taschen, Balmain kleine beige Modelle. Die Calvin Klein Collection präsentiert sogar ein ganzes Kleid aus Fransen in schlichtem Grau und oversized.
Fransen verleihen Outfits dynamische Textur und Tiefe, so die Textilwirtschaft. Modeberaterin Dunja Heß betont, dass sie heute als durchdachtes Stilwerkzeug getragen werden – erwachsener, alltagstauglich und teilweise sogar im Business-Outfit. Für einen gelungenen Auftritt rät sie zu einzelnen Akzenten wie Taschen mit Fransen oder Blusen mit Fransensaum zur Jeans. Wichtig ist der Mix aus weit und schmal, etwa eine weite Weste mit Fransen zur schmalen Jeans.
Federn: Gefiederte Statements für Leichtigkeit
Neben Fransen stechen Federn als Bewegungselement hervor. Grundsätzlich dominiert in diesem Jahr vieles, was schwingt und Leichtigkeit mitbringt, erklärt Dunja Heß. Bei Balenciaga flattern Federn an rosa, roten und gelben Röcken sowie an schlichten weißen Kleidern mit breiter Schulterpartie. Chanel kombiniert voluminös-bunte Federröcke mit schulterfreien Feder-Tops zu knielangen Karo-Röcken.
Brandon Maxwell setzt Federelemente an Schulterpartien für Akzente, während Mugler ganze Oberteile wie gefiederte Vogelkörper wirken lässt – inklusive geflügelter Ärmel. Alltagstauglich sind solche Looks nur begrenzt. Heß empfiehlt daher dezenten Einsatz als Statementstück oder für Stilbrüche, etwa ein schickes Oberteil mit Federn zur Baggy Jeans.
Für einen sanften Einstieg rät Stilberater Andreas Rose zu gefiederten Accessoires. Beispiele liefern die Schauen: Bei Dior zieren Federn schlichte schwarze High Heels, bei Loulou de Saison eine weiße Clutch.
Falten: Elegante Schwünge und präzise Drapierungen
Abgerundet wird der Trend durch Falten, die in den Kollektionen präzise drapiert sind und elegante Schwünge verleihen. Laut der Textilwirtschaft finden sie sich sogar im Schmuck, wie der Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien (BV Schmuck + Uhren) in seinem Trendbericht notiert: an plissierten Oberflächen, gerafften Strukturen und Formen, die an Origami erinnern.
Für Dunja Heß sind Hosen mit eingearbeiteten Falten ebenso angesagt wie Oberteile mit gezieltem Faltenwurf. Sie rät zum durchdachten Kombinieren: Wenn ich eine weite Hose mit Falten trage, wähle ich ein schmales Oberteil, um die Silhouette zu betonen. Falten schaffen Volumen und eignen sich als Hingucker, etwa gefaltete Ohrringe zu einem klassischen Jeans-Look.
Seidentücher: Klassiker mit neuem Bindungsspiel
Wer Raffung ins Outfit bringen möchte, aber auf Faltenohrringe verzichtet, kann auf Seidentücher zurückgreifen. Getragen werden sie jetzt an Handgelenken, als Gürtel, Halstuch oder an Taschen, so Modeberaterin Jasmin Link. Farblich sind Stücke in Dunkelblau und Weiß, Rosé und hellem Blau angesagt, ergänzt durch abstrakte Muster, Aquarellmotive und Naturformen.
Vorsicht ist geboten, um nicht zu bieder zu wirken: Wenn alle Kleidungsstücke klassisch sind und das Seidentuch ebenfalls, sieht das schnell nach einem royalen Look aus, warnt Jasmin Link. Besser kombinieren mit Oversized-Stücken oder unaufgeregt zur Jeans.
Insgesamt zeigen die Mikrotrends für Frühjahr und Sommer 2026, dass Bewegung und Leichtigkeit im Fokus stehen – mit Fransen, Federn und Falten als vielseitige Stilelemente für durchdachte Outfits.



