Greenpeace enthüllt: Shein verkauft weiterhin krebserregende Kleidung trotz Warnungen
Die Umweltorganisation Greenpeace wirft dem chinesischen Modehändler Shein vor, trotz entsprechender Hinweise weiterhin schädliche Produkte in der Europäischen Union zu vertreiben. „Sheins Dreistigkeit ist erschütternd“, sagt Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft. „Vor dem EU-Parlament verspricht der Konzern, Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen – doch in Wahrheit verkauft Shein massiv belastete Produkte einfach weiter.“
Gefährliche Chemikalien in zahlreichen Kleidungsstücken nachgewiesen
Laut Greenpeace hatte die Organisation bereits im November 2025 auf mit gefährlichen Chemikalien belastete Produkte hingewiesen, die daraufhin aus dem Verkauf genommen worden seien. Allerdings seien identische oder sehr ähnliche Produkte trotzdem weiterverkauft worden, wie eine Analyse des Bremer Umweltinstituts im Auftrag von Greenpeace im Januar dieses Jahres ergeben habe.
Bei der Untersuchung wurden bei 25 von 31 getesteten Kleidungsstücken Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung überschritten, teilweise in extremem Ausmaß. Es seien Stoffe nachgewiesen worden, die mit schweren Krankheiten in Verbindung gebracht werden:
- Krebserkrankungen
- Fortpflanzungsstörungen
- Wachstumsstörungen bei Kindern
- Schwächung des Immunsystems
Shein reagiert auf die Vorwürfe
Shein stritt die Vorwürfe auf Anfrage nicht ab, sondern gelobte Besserung. Alle in dem neuen Bericht identifizierten Produkte seien unmittelbar entfernt worden, nachdem man über die Ergebnisse informiert worden sei, hieß es von einem Sprecher des Unternehmens.
„Wir setzen uns mit den Bedenken hinsichtlich unserer Prozesse im Umgang mit solchen Fällen auseinander und erkennen an, dass dieser Vorgang Bereiche aufzeigt, in denen unsere Kontrollen weiter gestärkt werden können“, so der Shein-Sprecher weiter. Zudem führe man eigene Tests durch und habe Maßnahmen eingeleitet, um die eigenen Schutzmaßnahmen zu verbessern.
Greenpeace kritisiert fahrlässiges Verhalten
Moritz Jäger-Roschko von Greenpeace äußert scharfe Kritik an dem Vorgehen des Modehändlers: „Shein ignoriert unsere Warnungen sowie gesetzliche Grenzwerte und nimmt Schäden für Mensch und Umwelt billigend in Kauf. Dieses Verhalten ist grob fahrlässig.“
Die Umweltorganisation betont, dass trotz der früheren Warnungen im November 2025 weiterhin belastete Produkte im Sortiment des chinesischen Händlers zu finden waren. Dies werfe ernste Fragen zur Glaubwürdigkeit der Unternehmensversprechen und zur Wirksamkeit der internen Kontrollmechanismen auf.



