Benefiz-Album »Help(2)«: Musikstars vereinen sich für Kinder in Kriegsgebieten
Benefiz-Album »Help(2)«: Stars helfen Kindern in Kriegsgebieten

Ein musikalisches Zeichen der Hoffnung in polarisierten Zeiten

In einer Zeit, die von politischen Gräben und ideologischen Konflikten geprägt ist, kommt ein bemerkenswertes Projekt zustande: Die NGO War Child veröffentlicht 31 Jahre nach der legendären Benefiz-Compilation »Help« den Nachfolger »Help(2)«. Dieses starbesetzte Album bringt erneut die Musikwelt zusammen, um Kindern in Kriegs- und Krisengebieten weltweit zu helfen.

Neutralität als Erfolgsgeheimnis

Die Organisation War Child, die sich für Kinder in Konfliktregionen engagiert, hat bewusst eine neutrale Position in aktuellen geopolitischen Debatten eingenommen. Diese Ideologiefreiheit in Zeiten des Bekenntniszwangs war laut Beobachtern entscheidend dafür, dass sich so viele namhafte Künstler beteiligten. Die NGO verurteilt zwar zivile Opfer in Konflikten wie dem Gazakrieg, betont aber ihre Unparteilichkeit in der humanitären Arbeit.

Die Erlöse des Albums kommen Kindern in zahlreichen Krisengebieten zugute – von Gaza und der Ukraine über den Südsudan und Kongo bis nach Syrien, Jemen und Kolumbien. Damit setzt »Help(2)« die Tradition fort, die 1995 mit dem ersten »Help«-Sampler begann, der als eine der erfolgreichsten Pop-Benefizaktionen nach Initiativen wie »Live Aid« oder »Band Aid« gilt.

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Ein beeindruckendes Künstlerensemble

Das neue Album versammelt 23 Originalstücke und Coverversionen von etablierten Stars und aufstrebenden Talenten. Zu den Beiträgern gehören:

  • Arctic Monkeys
  • Olivia Rodrigo
  • Pulp
  • Wet Leg
  • Sampha
  • Young Fathers
  • Depeche Mode mit einer Version von Donovans »Universal Soldier«
  • Beth Gibbons mit »Sunday Morning« von Nico und Velvet Underground
  • Damon Albarn (Blur/Gorillaz) gemeinsam mit Fontaines-D.C.-Sänger Grian Chatten und Kae Tempest

Besonders bemerkenswert ist die Beteiligung von Depeche Mode, die normalerweise nicht auf solchen Samplern zu finden sind. Die Aufnahmen fanden im legendären Abbey Road Studio in London statt, wo die Künstler innerhalb weniger Tage ihre Beiträge einspielten.

Kinder als Reporter im Studio

Ein besonderes Merkmal der Produktion war die Anwesenheit von Kindern aus Londoner Schulen, die als Reporter mit Kameras ausgestattet durch die Studios liefen. Dieser ungewöhnliche Ansatz schuf eine einzigartige Atmosphäre, die sogar die erfahrenen Stars beeindruckte.

„Als du in die Kantine gegangen bist, um dir eine Tasse Tee zu holen, war sie voller berühmter Leute“, beschrieb Kae Tempest dem »Guardian« die Situation. „Weißt du noch, wie man als Kind davon träumt, wie das Leben wäre, wenn man eine Platte aufnehmen würde? So war es.“

Ein nostalgischer Blick zurück

»Help(2)« weckt Erinnerungen an eine Zeit, in der sich die Musikwelt leichter auf gemeinsame humanitäre Projekte einigen konnte. Der erste »Help«-Sampler von 1995 hatte spektakuläre 1,25 Millionen britische Pfund eingespielt und sich allein am ersten Tag 70.000 Mal verkauft. Heute, im Zeitalter von Streamingdiensten, sind solche Compilations seltener geworden, doch die Initiatoren ließen sich von wiedererstarkenden Vinyl- und CD-Verkäufen ermutigen.

Produziert wurde das Album von War-Child-Musikchef Rich Clarke, Transgressive-Records-Mitgründer Toby L und Hitproduzent James Ford, der bereits mit Pet Shop Boys und Florence + The Machine zusammengearbeitet hat. Ein Begleitfilm von Oscarpreisträger Jonathan Glazer (»The Zone of Interest«) dokumentiert die Entstehung des Projekts.

Weitere Alben der Woche

Neben »Help(2)« wurden in der aktuellen Woche zwei weitere Alben besonders hervorgehoben:

Frau Kraushaar – »Gurke Kartoffel Ahnung«
Die Hamburger Künstlerin Silvia Berger alias Frau Kraushaar präsentiert auf ihrem neuen Album ein experimentelles Potpourri aus Pop, Hörspiel und Fluxus-Kunst. Das Werk überrascht mit ungewöhnlichen Themen wie dem Berg Niesen bei Basel und bietet eine Mischung aus kathartischem Frust-Punk und NDW-Anklängen.

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Morrissey – »Make-up Is a Lie«
Der ehemalige Smiths-Sänger veröffentlicht ein Album, das musikalisch zwar mit Gitarrenriffs und Funk-Bässen aufwartet, inhaltlich jedoch durch repetitive Themen und eine verengte Perspektive auffällt. Kritiker bemängeln die geringe kreative Durchlässigkeit und die fortwährende Selbststilisierung als Opfer von Zensur.

Insgesamt steht »Help(2)« als leuchtendes Beispiel dafür, wie Musik auch in schwierigen Zeiten Brücken bauen und konkrete Hilfe leisten kann. Wie die Band Last Dinner Party auf dem Album singt: „Let’s do it again!“ – eine Aufforderung, die angesichts der anhaltenden globalen Krisen mehr denn je ihre Berechtigung hat.