Dresdner Philharmonie startet Saison mit Motto „Paradiese“ – Mehr als 200.000 Besucher erwartet
Dresdner Philharmonie: Neue Saison unter Motto „Paradiese“

Dresdner Philharmonie startet neue Saison mit vielschichtigem Motto „Paradiese“

Die Dresdner Philharmonie positioniert sich weiterhin als Botschafter der Harmonie und kündigt eine neue Saison unter dem vielversprechenden Motto „Paradiese“ an. Dieses Thema soll jedoch keineswegs nur idealisierte Rückzugsorte beschreiben, sondern vielmehr kulturelle, gesellschaftliche und individuelle Entwürfe von Glück, Freiheit und Zugehörigkeit beleuchten – ebenso wie deren mögliche Bedrohung oder Verlust.

Paradies als künstlerisches Konzept und kritischer Spiegel

Intendantin Frauke Roth betonte bei der Programmvorstellung, dass Musik seit jeher ein Medium sei, in dem Vorstellungen als Utopie, als Erinnerung oder als kritischer Spiegel ihrer Zeit verhandelt würden. Chefdirigent Sir Donald Runnicles ergänzte: „Die Vorstellung vom Paradies als Sehnsuchtsort, als verlorene Heimat oder als trügerisches Ideal hat Komponisten aller Epochen beschäftigt. Für mich liegt der Reiz dieses Saisonmottos darin, dass es keine einfachen Antworten gibt.“

Runnicles möchte mit dem Orchester und dem Publikum „Räume öffnen, in denen Musik nicht nur erklingt, sondern etwas auslöst – Momente, die man vielleicht als paradiesisch bezeichnen kann“. Für ihn sei auch die Philharmonie selbst ein Paradies, ein Ort des künstlerischen Austauschs und der musikalischen Exzellenz.

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Beethoven-Jubiläum und eigene Feierlichkeiten im Fokus

Einen besonderen Schwerpunkt erhält das Motto im Rahmen von Festivals und Jubiläen. Ludwig van Beethoven wird 200 Jahre nach seinem Tod umfassend geehrt, unter anderem mit seinen fünf Klavierkonzerten, der „Chorfantasie“ und einer konzertanten Aufführung seiner einzigen Oper „Fidelio“ in der ursprünglichen „Leonore“-Fassung.

Im April 2027 feiert der neue Saal der Philharmonie im Kulturpalast seinen 10. Geburtstag, wobei Beethovens 6. Sinfonie auf dem Programm steht. Zudem wird die Philharmonie Gastgeber der 36. Jahreskonferenz der International Artist Managers' Association sein, einem lebendigen Treffpunkt der internationalen Klassikszene mit etwa 800 Gästen. Die Philharmonischen Chöre begehen 2027 ihr 60-jähriges Bestehen, nachdem sie 1967 durch den damaligen Chefdirigenten Kurt Masur gegründet wurden.

Renommierte Künstler und Ehrengäste bereichern das Programm

Bereits zur Saisoneröffnung bleibt das Programm nah am Motto, mit Ottorino Respighis „Pini di Roma“ und Carl Orffs „Carmina Burana“ unter der Leitung von Sir Donald Runnicles. Das Orchester kann zahlreiche renommierte Künstler begrüßen, darunter die Geigerinnen Patricia Kopatchinskaja und Julia Fischer, ihren Kollegen Christian Tetzlaff, das Klavierduo Katia und Marielle Labèque sowie die Pianisten Emanuel Ax, Fazıl Say, Daniil Trifonov, Rudolf Buchbinder und Hayato Sumino. Namhafte Sänger wie Thomas Hampson und Christian Gerhaher runden das Angebot ab.

Am Pult der Philharmonie stehen ehemalige und aktuelle Dirigenten wie Michael Sanderling, Dima Slobodeniouk, Vasily Petrenko, Ádám Fischer, Cristian Măcelaru und Stéphane Denève. Als „Artist in Residence“ ist der Pianist Kirill Gerstein ein Ehrengast, während Sir James MacMillan als „Composer in Residence“ und die Norwegerin Tabita Berglund als Erste Gastdirigentin agieren. Die lettische Organistin Iveta Apkalna tritt als „Palastorganistin“ auf, und ein Spotlight richtet sich auf Georgien, kuratiert von der Geigerin Lisa Batiashvili.

Musik als Hoffnungsträger in unsicheren Zeiten

Intendantin Roth betonte abschließend: „Nicht zuletzt steht das Motto auch für den Wunsch nach Schönheit in unserer Stadt, im Umgang miteinander in einer Welt der Umbrüche, für den Mut zum Neuen und die Hoffnung, dass Musik uns – wenigstens für einen Moment – ein Stück Paradies erfahren lässt.“ Die aktuellen Zeiten seien nicht immer paradiesisch, böten aber Raum für positive Entwicklungen.

Dies zeigte sich bereits 2025 in der Besucherentwicklung: Erstmals erreichte die Dresdner Philharmonie mehr als 200.000 Besucher in einem Jahr, ein deutliches Zeichen für die anhaltende Faszination und Relevanz klassischer Musik in Dresden und darüber hinaus.

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